Schlagringe – verboten oder legal?

Schlagringe und das Waffengesetz in Deutschland - Welche Strafe droht

Der Schlagring und das deutsche Waffengesetz

Angesichts zahlreicher Medienberichte über gewalttätige Übergriffe denken viele Menschen in Deutschland über persönliche Schutzmaßnahmen nach. Sie suchen nach Möglichkeiten, körperliche Angriffe effektiv abzuwehren. Nicht wenige denken dabei auch an einen Schlagring. Doch sind Schlagringe überhaupt erlaubt oder doch verboten? Die Unsicherheit ist groß, wie die Analyse entsprechender Suchbegriffe bei Google zeigt.

In diesem Artikel erläutern wir die Rechtslage zu Schlagringen in Deutschland und beantworten folgende Fragen:




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Was genau versteht man unter einem Schlagring?

Ein Schlagring besteht aus einem Schlagbügel an der Außenseite der Finger und eine charakteristische Handabstützung zur Erhöhung der Schlagkraft. In der Regel sind Schlagringe aus Metall hergestellt. Bei manchen Modellen werden an der Schlagseite über den Fingern liegend noch Spitzen oder Nieten liegen. Die Finger werden dabei durch die Öffnungen gesteckt und der Schlagring auf diese Weise geführt. Schlagringe sind für den Nahkampf gedachte Handwaffen, die auch als Schlagwaffen und – je nach Bauart – auch als Hiebwaffen eingestuft werden.

Schlagringe können aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sein. Häufig sind sie aus Metall, aber auch Kunststoffe, Holz oder Horn sind üblich. Sie wurden bereits in der Urzeit von Menschen als Waffe eingesetzt.

Durch ihre Beschaffenheit verstärken sie die Schlagkraft der Faust enorm und konzentrieren die Kraft auf eine kleinere Fläche. Zugleich schützen sie die Hand des Trägers, weil sie durch die Konstruktion beim Einsatz stabiler ist. Durch zusätzliche Elemente am Schlagbügel wie Nieten oder Dornen kann die Schwere der Verletzungen beim Gegner noch deutlich gesteigert werden.

Die zuletzt genannten Fakten sind auch der Grund, weshalb der Gesetzgeber Schlagringe als verbotene Waffen einstuft.




Darf man Schlagringe in Deutschland legal kaufen?

Die Antwort auf dieser Frage lautet eindeutig: Nein! Schlagringe sind gemeinsam mit Stahlruten und Totschlägern unter Punkt 1.3.2 der Waffenliste (Anlage 2 zum Waffengesetz) aufgeführt. Nach § 2 Absatz 3 des Waffengesetzes ist jeglicher Umgang mit dort aufgeführten Waffen verboten. Dazu gehört bereits auch der Erwerb.




Sind Schlagringe als Dekoration erlaubt?

Nein, auch der Besitz von Schlagringen ist in Deutschland verboten, weil § 2 Absatz 3 Waffengesetz jeglichen Umgang mit Waffen verbietet, die in der Anlage 2 des Gesetzes aufgeführt sind. Dazu gehören nach Punkt 1.3.2 auch Schlagringe.



Ihr Fachanwalt für Strafrecht

Wie verhält es sich, wenn man einen Schlagring im Ausland kauft?

Egal ob im Inland oder Ausland gekauft: Es gilt immer das deutsche Waffenrecht, das in diesem Fall nach § 2 Absatz 3 des Waffengesetzes jeglichen Umgang mit Waffen verbietet, die in der Anlage 2 dieses Gesetzes aufgeführt sind. Unter Punkt 1.3.2 finden sich dort auch Schlagringe.

Den – oft außereuropäischen – Anbietern ist die Rechtslage in Deutschland egal. Nur weil eine Ware irgendwo im Internet angeboten wird, muss sie noch längst nicht legal sein. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Was tun bei Ärger mit Zoll und Polizei nach einer illegalen Internetbestellung?




Was passiert, wenn der Zoll auf einen Schlagring aufmerksam wird, den ich im Ausland gekauft habe?

Wenn der deutsche Zoll die Sendung kontrolliert, dann ist mit der Beschlagnahme des Schlagrings zu rechnen. Ein Verstoß gegen § 2 Absatz 3 des Waffengesetzes ist keine bloße Ordnungswidrigkeit, sondern nach § 52 Absatz 3 Nr. 1 eine Straftat.

Der Zoll wird in diesem Fall wegen der illegalen Einfuhr gegen Sie ein Strafverfahren wegen eines sogenannten Bannbruchs einleiten. Erfahren Sie dazu mehr in unserem Artikel „Strafanzeige vom Zoll wegen Bannbruchs (§ 372 AO)?




Darf man einen Schlagring erwerben, wenn man eine Waffenbesitzkarte hat?

Das Vorhandensein einer Waffenbesitzkarte ändert nichts daran, dass man eine verbotene Waffe nicht erwerben, besitzen oder benutzen darf. Im Gegenteil: Es besteht sogar die Gefahr, dass man im Fall des Umgangs damit die Waffenbesitzkarte auch für legale Waffen verliert, weil man als waffenrechtlich unzuverlässig eingestuft wird.




Muss ich wegen eines Schlagrings mit einer Hausdurchsuchung rechnen?

Eine Hausdurchsuchung wegen nur eines Schlagrings ist eher unwahrscheinlich, sofern Sie nicht gleich mehrere Schlagringe oder einen Schlagring zusammen mit anderen verbotenen Waffen bestellt haben.

Nicht selten werden aber Schlagringe als sogenannte Zufallsfunde im Rahmen von Hausdurchsuchungen beschlagnahmt, die aus einem ganz anderen Grund erfolgen. Lesen Sie zum richtigen Verhalten bei einer Hausdurchsuchung unseren ausführlichen „Ratgeber Hausdurchsuchung“!




Wie hoch ist die Strafe nach dem Waffengesetz wegen Schlagringen?

Der § 52 Absatz 3 Nr. 1 sieht für Verstöße gegen § 2 Abs. 3 in Verbindung mit Anlage 2 Punkt 1.3.2 Waffengesetz (wo Schlagringe ausdrücklich genannt werden) eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.




Wie sollte ich mich verhalten, wenn gegen mich wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt wird?

Falls ein Schlagring bei Ihnen beschlagnahmt wurde oder Sie erfahren haben, dass der Zoll eine entsprechende Bestellung aus dem Ausland abgefangen hat, sollten Sie Kontakt mit einem Fachanwalt für Strafrecht aufnehmen.

Insbesondere im Fall einer Bestellung im Ausland gibt es durchaus Möglichkeiten, eine Verurteilung noch zu verhindern, wenn z. B. die Beweislage nicht ausreichend ist, weil die Strafverfolgungsbehörden nicht sicher nachweisen können, dass Sie den Schlagring tatsächlich bestellt und – vor allem – bezahlt haben. Das ist aber vom Einzelfall abhängig.

Eine endgültige Einschätzung ist erst nach Einsicht in die Ermittlungsakte möglich, die nur ein Rechtsanwalt beantragen kann, aber nicht der Beschuldigte selbst.

Auch wenn Sie noch überlegen, ob Sie einen Anwalt einschalten wollen oder nicht: Machen Sie auf keinen Fall gegenüber der Polizei Angaben zur Sache, sondern teilen Sie nur Ihre Personalien mit. Als Beschuldigter haben Sie in jedem Fall ein umfassendes Aussageverweigerungsrecht, das Ihnen auch später vor Gericht nicht negativ ausgelegt werden darf. Dieser Hinweis gilt nicht nur für die Vorladung zu einer polizeilichen Vernehmung, sondern auch wenn Sie einen Anhörungsbogen der Polizei erhalten haben.

Aufgrund der nicht geringen Strafandrohung und möglicher Nebenfolgen sollten Sie aber einen Fachanwalt für Strafrecht einschalten. Aufgrund seiner Fachkenntnisse kann er nach erfolgter Akteneinsicht eine sinnvolle Verteidigungsstrategie entwickeln und so mit dafür sorgen, dass die Strafe möglichst gering ausfällt, falls einen Einstellung oder ein Freispruch im konkreten Fall leider nicht in Frage kommen.

Dr. Brauer Rechtsanwälte verteidigen bundesweit Mandanten vor den Strafgerichten. Dr. Matthias Brauer ist Fachanwalt für Strafrecht und hat schon viele Beschuldigte erfolgreich vertreten. Nehmen Sie für eine kostenlose und unverbindliche Ersteinschätzung Kontakt mit uns auf – per Telefon, E-Mail, WhatsApp oder über das Formular auf dieser Seite.




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