Vorladung bei der Polizei als Beschuldigter

Vorladung bei Polizei als Beschuldigter

Hingehen oder absagen – was soll ich tun?

Eine Vorladung als Beschuldigter durch die Polizei ist für die meisten Betroffenen eine unangenehme Sache. Manchmal ist es sogar der erste Hinweis, dass ein Ermittlungsverfahren eröffnet wurde. Für Menschen, die noch nie etwas mit der Polizei zu tun hatten, ist diese Situation besonders belastend. Viele Beschuldigte sind durch das Amtsdeutsch in dem Schreiben zusätzlich verunsichert und stellen sich die Frage: Muss ich da wirklich hingehen oder kann ich einfach absagen? Wie verhalte ich mich am besten?

Grundsätzlich muss niemand einer Vorladung der Polizei Folge leisten - weder als Beschuldigter, noch als Zeuge. Als Beschuldigter hat man zudem ein Aussageverweigerungsrecht. Darüber hinaus gilt es aber einige Dinge zu beachten. In unserem Artikel klären wir folgende Fragen:




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Was will die Polizei mit einer Vorladung erreichen?

Der Hauptzweck der polizeilichen Vernehmung eines Beschuldigten ist regelmäßig seine Überführung als Täter. Mögen die vernehmenden Beamten noch so freundlich und offen auftreten, ihr Hauptaugenmerk wird sich immer auf die Bestätigung des Tatverdachts richten. Wenn dieser in ihren Augen nicht vorliegen würde, dann hätte es erst gar keine Vorladung als Beschuldigter gegeben.

Aufgrund dieses Interesses ist auch die Protokollierung der Aussagen des Beschuldigten, der sich auf eine solche Vernehmung einlässt, oft problematisch. Nicht selten werden Aussagen in einer Weise wiedergegeben, die nicht den Absichten des Vernommenen entsprechen, sondern ihnen sogar zuwiderlaufen. Der Beschuldigte selbst erkennt das in dieser Stresssituation oft nicht und unterzeichnet gutgläubig das Vernehmungsprotokoll, das der Staatsanwaltschaft als Grundlage für die Entscheidung dient, ob Anklage erhoben wird oder nicht.

Egal wie sich die Polizeibeamten während der Vernehmung geben – sie haben nicht die letztendliche Entscheidungsgewalt, denn diese liegt bei der Staatsanwaltschaft bzw. im Fall der Anklage am Ende beim Gericht.

Lassen Sie sich auch nicht von den Angaben zum Gegenstand der Vernehmung in dem Schreiben beeinflussen. Die Formulierungen in der Betreffzeile sind oft bewusst unklar gehalten und für juristische Laien schwer nachvollziehbar. Außerdem muss sich die Vernehmung nicht allein auf genau den Tatverdacht beziehen, der dort angegeben ist. Zudem wird oftmals suggeriert, dass man ihr Folge leisten muss, was aber gar nicht der Fall ist. Nur die Angabe der Personalien kann verlangt werden. Diese sind aber der Polizei im Regelfall ohnehin schon bekannt.




Termin absagen oder einfach fernbleiben?

Eine Verpflichtung zur Abmeldung gibt es nicht. Es kann für das weitere Verfahren aber nicht schaden, wenn man den Beamten etwas entgegenkommt und sie darüber informiert, dass man nicht erscheinen wird. Sofern bereits ein Anwalt eingeschaltet wurde, wird dieser den Termin bei der Polizei für Sie absagen.

Falls Sie selbst den Termin telefonisch absagen: Halten Sie das Gespräch kurz und lassen Sie sich nicht auf irgendwelche Erklärungen ein. Sie müssen für die Absage keinen Grund nennen.




Ich bin unschuldig! Kann ich mich durch eine Aussage entlasten?

Als Beschuldigter ist man nur selten in der Lage, wirklich einschätzen zu können, ob man sich nicht nur selbst für unschuldig hält, sondern auch die Polizei und die Staatsanwaltschaft davon überzeugen kann. Deshalb sollte man auch in diesem Fall den Termin zur Vernehmung nicht wahrnehmen und – noch besser – einen Rechtsanwalt mit der Verteidigung zu beauftragen.

Ein typischer Fall, in denen Beschuldigte von ihrer Unschuld überzeugt sind und sich mit einer Aussage entlasten möchten, ist eine Notwehrsituation. Doch ob diese wirklich vorlag, kann der Betroffene selbst kaum entscheiden. Durch unbedachte Äußerungen in der Vernehmung kommt es nicht selten zu einer Selbstbelastung, zu der nach der Strafprozessordnung aber niemand verpflichtet ist. Deshalb gilt auch in diesem Fall: keine Aussage zur Sache machen!



Ihr Fachanwalt für Strafrecht

Wirkt die Verweigerung einer Aussage wie ein Schuldeingeständnis?

Im normalen Leben mag derjenige, der zu etwas schweigt, keinen guten Stand haben und sogar den Eindruck erwecken, dass er lügt. In einem Strafverfahren darf einem Beschuldigten sein Schweigen aber nicht zum Nachteil ausgelegt werden, weder von der Polizei noch von der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht.




Vom Zeugen zum Beschuldigten - was ist zu beachten?

Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich zwar eine Vorladung als Zeuge erhalten habe, mir aber nicht sicher bin, ob ich vielleicht noch zum Beschuldigten werde?

Die Antwort liegt klar auf der Hand: Gerade in dieser Situation sollte man jede Aussage gegenüber der Polizei verweigern. Falls eine Vorladung durch die Staatsanwaltschaft oder durch die Polizei in deren Auftrag erfolgt, muss man zwar erscheinen, sollte sich aber vorher unbedingt an einen Rechtsanwalt wenden, der Akteneinsicht beantragt und danach die Lage rechtlich bewerten kann. Wenn unklar ist, ob man in dem Verfahren weiterhin nur Zeuge ist oder vielleicht doch zum Beschuldigten erklärt wird, ist die Begleitung durch einen Anwalt bei der Vernehmung sehr wichtig.

Sofern ein Zeugnisverweigerungsrecht besteht (weil man dadurch z. B. nahe Verwandte belasten würde) muss man zwar ebenfalls erscheinen, braucht aber keine Aussage zu machen. Besteht kein Zeugnisverweigerungsrecht ist man als Zeuge bei der Staatsanwaltschaft oder bei einer ausdrücklich in ihrem Auftrag stattfindenden Vernehmung durch die Polizei zu einer wahrheitsgemäßen Aussage verpflichtet. Die Begleitung durch einen Anwalt ist auf jeden Fall angebracht, um seine eigenen Interessen zu wahren und sich nicht möglicherweise selbst zu belasten.




Vorladung durch die Staatsanwaltschaft - muss ich hingehen?

Eine Vorladung durch die Staatsanwaltschaft muss man wahrnehmen. Das bedeutet aber nicht, dass man als Beschuldigter zu einer Aussage verpflichtet ist. Das umfassende Aussageverweigerungsrecht besteht auch in diesem Fall.




Anwalt wegen einer Vorladung als Beschuldigter einschalten?

Wenn eine Vorladung durch die Polizei als Beschuldiger erfolgt ist, dann wird es höchste Zeit, einen Rechtsanwalt, möglichst einen Fachanwalt für Strafrecht einzuschalten. Auf keinen Fall sollte man die Sache auf die leichte Schulter nehmen. Als Betroffener verfügt man oft nicht über die notwendige Urteilskraft, um die Situation rechtlich richtig einschätzen zu können.

Der entscheidende Vorteil der Beauftragung eines Anwalts mit der rechtlichen Vertretung liegt aber darin begründet, dass nur ein Rechtsanwalt Akteneinsicht beantragen kann, nicht aber der Beschuldigte selbst. Aber nur auf dieser Grundlage ist es möglich, eine objektive Einschätzung des Ermittlungsstandes zu erhalten und darauf aufbauend ggf. Aussagen zur Sache zu machen, die einen als Beschuldigten nicht belasten – oder aber weiterhin zu schweigen.

Falls Sie eine Vorladung von der Polizei für eine Vernehmung als Beschuldigter erhalten haben, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Dr. Brauer Rechtsanwälte sind bundesweit als Strafverteidiger tätig. Dr. Matthias Brauer ist Fachanwalt für Strafrecht und verfügt über eine große Erfahrung im Umgang mit polizeilichen Vernehmungen. Melden Sie sich einfach bei uns per Telefon, E-Mail, WhatsApp oder über das Kontaktformular auf dieser Seite für eine kostenlose und unverbindliche Ersteinschätzung Ihres Falles.




Dr. Matthias Brauer LL.M - Ihr Fachanwalt für Strafrecht mit Expertise im Waffenrecht!


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