Sexueller Missbrauch – Formen und Strafen

Formen und Strafen bei sexuellem Missbrauch

Als sexuellen Missbrauch versteht man zunächst jede Form der sexuellen Handlung, die gegen den Willen des oder der Betroffenen ausgeübt wird. Ein sexueller Missbrauch liegt auch dann vor, wenn der Betroffene aus Gründen körperlicher, gesundheitlicher oder geistiger Natur der sexuellen Handlung nicht zustimmen kann. Im Prinzip geht es darum, dass ein Täter seine Macht oder Autoritätsposition ausnutzt, um sexuelle Bedürfnisse auf Kosten Dritter zu stimulieren.

Gesonderte Bereiche hierbei sind der sexuelle Missbrauch von Kindern sowie der sexuelle Missbrauch von Jugendlichen. Diese beiden Sexualdelikte haben wir bereits in eigenen Artikel thematisiert:

Die Formen des sexuellen Missbrauchs sind in § 174 StGB geregelt, dieser unterscheidet zwischen dem sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen (§ 174 Abs. 1 Nr. 1 StGB), dem sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses (§ 174c StGB), dem sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung (§ 174 b StGB) und dem sexuellen Missbrauch von Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen (§ 174a).




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Was bedeutet sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen?

18.10.2021

Der Gesetzgeber reagierte mit dem Tatbestand des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen auf die eingeschränkte Selbstbestimmung sexueller Natur von Jugendlichen, wenn diese sich in einem Abhängigkeitsverhältnis zu einem Erwachsenen befinden.


Wann liegt Missbrauch gemäß § 174 StGB vor?

18.10.2021

Der Straftatbestand des § 174 StGB unterscheidet zwischen zwei Altersstufen.

Sexuelle Handlungen sind an Personen, die unter sechzehn Jahre alt sind und dem Beschuldigten zur Betreuung in der Lebensführung, zur Ausbildung oder zur Erziehung anvertraut sind, nach § 174 Abs. 1 Nr. 1 StGB stets strafbar. Ein Arbeitsverhältnis, das nicht zu Ausbildungszwecken dient, ist hiervon nicht betroffen.

Bei Personen, die unter achtzehn Jahre alt sind, wird gem. § 174 Abs.1 Nr.2 StGB zusätzlich ein Missbrauch gefordert, welcher mit der Betreuungs-, Ausbildungs-, Erziehungs- oder über das Arbeitsverhältnis verbundenen Abhängigkeit einhergeht. Somit muss in der Regel eine Ausnutzung der Autoritätsstellung seitens des Beschuldigten vorliegen. Damit gilt der Straftatbestand auch für das Arbeitsverhältnis. Hierfür muss der Jugendliche jedoch in der Hierarchie des Arbeitsverhältnisses der Untergeordnete sein. Also kann sich in derlei gearteten Fällen kein gleichrangiger Arbeitskollege, sondern nur ein Vorgesetzter schuldig machen.

Weiter sieht § 174 Abs. 1 Nr. 3 StGB Strafbarkeit bzgl. sexueller Handlungen an adoptierten oder leiblichen Kindern vor. Hierbei ist das Ausnutzen eines besonderen Abhängigkeitsverhältnisses nicht notwendig.


Wer ist Schutzbefohlener gem. § 174 StGB?

18.10.2021

Nach § 174 StGB gilt als Schutzbefohlener ein Jugendlicher, welcher einer anderen Person zu Erziehungszwecken anvertraut wurde. Hiervon spricht man, so die Lebensführung eines Jugendlichen sowie dessen Entwicklung durch die andere Person überwacht und geleitet wird. Es handelt sich demnach also in der Regel um die Eltern (hierbei auch Pflegeeltern und Adoptiveltern) sowie andere dem Haushalt zugehörige, erziehungsberechtigte Personen. Auch Stiefeltern sind von dieser Vorschrift seit Januar 2015 erfasst.

Lehrern sind die zu unterrichtenden Schüler gem. § 174 Abs. 1 StGB anvertraut. Gemeint sind Fachlehrer und Klassenlehrer. Bei Lehrpersonal, welches aushilfsweise einspringt, war lange Zeit eine Gesetzeslücke vorhanden. In solchen Fällen bestand nach BGH-Rechtsprechung kein erforderliches Obhutsverhältnis zwischen Schüler und Aushilfslehrer. Dementsprechend kam es vermehrt zu Verfahren, in welchen der Vertretungslehrer aufgrund mangelnden „Anvertrautseins“ des Schülers gem. § 174 StGB freigesprochen wurde. Daher wurde, zur Schließung dieser Strafbarkeitslücke, der neue Absatz 2 im Januar 2015 in den Straftatbestand eingefügt, der seitdem auch eine Beziehung sexueller Natur zwischen Vertretungslehrer und Schüler erfasst.

Auch Ausbilder können Täter sein. Ihnen sind zum Beispiel Praktikanten, Auszubildende und Lehrlinge als Schutzbefohlene anvertraut. Dabei kommt es jedoch nicht zwingend zu einem Unter- und Überordnungsverhältnis. Hier muss deswegen der jeweilige Einzelfall geprüft werden, um festzustellen, inwieweit der Tatbestand gem. § 174 StGB erfüllt sein kann. Dabei ist es allerdings unerheblich, ob eventuelle sexuelle Handlungen in der Freizeit oder während der Arbeitszeit vorgenommen wurden. Kein Ausbildungsverhältnis besteht in der Regel hingegen bei Tanzlehrern, Nachhilfelehren oder Fahrlehrern.




Anwalt Sexualstrafrecht - Schutz, Verteidigung, Diskretion

Was bedeutet sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses?

18.10.2021

§ 174c StGB soll gewährleisten, dass Personen, die sich in Betreuungs-, Behandlungs- oder Beratungsverhältnissen befinden, vor sexuellem Missbrauch geschützt sind und in vollem Umfang deren sexuelle Selbstbestimmung zu gewährleisten. Insofern als die Betreuung, Behandlung und Beratung von Personen sich häufig auf Erkrankungen psychischer Natur, Depressionen oder Ähnlichem gründet, wird durch § 174c StGB hinsichtlich sexuellen Missbrauchs auch die geistige Gesundheit in den Therapieformen besonders geschützt.


Was sind die Voraussetzungen des § 174c I StGB?

18.10.2021

Die Voraussetzung für § 174c I StGB ist, dass ein Täter, welcher in einer bestimmten Beziehung zum Opfer steht, vorsätzliche sexuelle Handlungen vornimmt oder vom Opfer an sich vornehmen lässt.

Unter „sexuelle Handlungen“ werden, wie bei den anderen Missbrauchsdelikten, körperliche Berührungen verstanden.

§ 174c I StGB findet speziell Anwendung, wenn das Opfer aufgrund einer seelischen oder geistigen Behinderung oder Krankheit, auch Suchtkrankheit, oder aber wegen einer körperlichen Behinderung oder Krankheit dem Täter zur Betreuung, Behandlung oder Beratung anvertraut ist.

  • „Eine Krankheit liegt dabei in jeder chronischen aber auch vorübergehenden nicht ganz unerheblichen Beeinträchtigung des Wohlbefindens vor.
  • Behindert im Sinne des § 174c I StGB ist ein Mensch, wenn seine körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und aufgrund dessen die Teilhabe an dem Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.
  • Unter Suchtkrankheit versteht man jede Substanzabhängigkeit. Dazu gehören jedoch nicht die nicht-stofflichen Süchte wie Spielsucht oder Kaufsucht. Diese können aber unter Umständen eine seelische Krankheit darstellen.“

Die Handlungen sexueller Natur müssen unter Missbrauch des Betreuungs-, Beratungs- oder Behandlungsverhältnisses stattfinden. Dies ist der Fall, wenn der Täter eine sich aus den genannten Verhältnissen ergebende Beziehung bewusst für sexuelle Handlungen (aus-)nutzt.


Missbrauch im Rahmen psychotherapeutischer Behandlung – § 174c II StGB

18.10.2021

Voraussetzung bei § 174c II StGB ist ein vorsätzliches, tatbestandliches Missbrauchshandeln.

"Ein psychotherapeutisches Behandlungsverhältnis liegt bei Personen vor, die unter einer auch nur leichten oder vorübergehenden psychischen Beeinträchtigung leiden.“

Ob tatsächlich ein missbräuchliches Handeln durch den betreuenden Therapeuten vorliegt, ist im Einzelfall sorgfältig zu prüfen und in der Praxis oftmals nicht eindeutig.




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Was bedeutet sexueller Missbrauch von Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen?

18.10.2021

Genauso unter die Delikte des Sexualstrafrechts zählt sexueller Missbrauch an solchen Personen, die krank, hilfsbedürftig, behördlich verwahrt oder gefangen sind. Die Strafbarkeit solcher Handlungen ist in § 174 a StGB geregelt.

Anhand des geschützten Personenkreises des § 174a StGB wird klar, dass diese Strafrechtsnorm über die Gewährleistung einer sexuellen Selbstbestimmung hinaus noch weitere Ziele verfolgt. Vor allem soll hier das Interesse der Allgemeinheit an gleicher und sachgemäßer Behandlung von verwahrten und gefangenen Personen und Vertrauen in die Integrität von Pflege- und Betreuungspersonal bei der Allgemeinheit in entsprechenden Einrichtungen geschützt werden.


Missbrauch bei Haft oder Sicherheitsverwahrung

18.10.2021

Als Tatbestandsverwirklichung gem. § 174a I StGB wird die Ausübung einer sexuellen Handlung durch einen Täter an einem Opfer mit Vorsatz vorausgesetzt. Hierüber hinaus muss zu dem Opfer ein spezielles Aufsichtsverhältnis bestehen.

In diesem Fall versteht man unter „sexueller Handlung“ jegliche körperliche Berührung.

Die Strafrechtsnorm des § 174a I StGB setzt für die Strafbarkeit eine spezielle Täter-Opfer-Beziehung voraus:

„Absatz 1 setzt dabei voraus, dass es sich beim Opfer um eine gefangene oder kraft behördlicher Anordnung verwahrte Person handeln muss, die dem Täter zur Erziehung, Ausbildung, Beaufsichtigung oder Betreuung anvertraut ist.“

Als Gefangener gilt, wer physisch an einer Flucht wegen einem Hoheitsakt in einer entsprechenden Einrichtung gehindert wird. Dies sind vor allem alle verurteilten Häftlinge, die unter Freiheitsstrafe stehen.

Behördlich verwahrt hingegen sind Personen, welche keine Gefangenen sind, sich jedoch aufgrund hoheitlicher Gewalt in Freiheitsentzug befinden. Dies trifft vor allem auf Personen in Sicherheitsverwahrung nach verbüßter Freiheitsstrafe sowie Untersuchungsinhaftierte zu oder auch für Patienten in forensischen Einrichtungen.

Für eine Verwirklichung des Tatbestandes muss der Täter seine geeignete Stellung ausnutzen, um sexuelle Handlungen am Opfer umzusetzen. Dies bedeutet, er muss eine sich ihm konkret bietende Chance ergreifen, die sich in der Anstalt für ihn in seiner übergeordneten Position gegenüber dem Opfer ergibt.

Anders als bei einer sexuellen Nötigung, ist ein Unterdrucksetzten nicht notwendig.


Missbrauch im Krankenhaus, auf Reha oder in der Altenpflege

18.10.2021

Um Strafbarkeitslücken im Bereich der Rehabilitations- und Krankenpflegeeinrichtungen zu schließen, wurde vom Gesetzgeber der § 174a II StGB geschaffen.

§ 174a II StGB setzt voraus, dass ein Täter Handlungen sexueller Natur an einem Opfer vollzieht oder von diesem Opfer an sich vornehmen lässt, welches ihm in einer entsprechenden Einrichtung für hilfsbedürftige oder kranke Menschen zur Betreuung oder Beaufsichtigung anvertraut ist. Häufig sind daher Alten- oder Krankenpfleger Beschuldigte gem. § 174a Abs. 2 StGB.

Unter den Begriff „Einrichtung für Kranke oder hilfsbedürftige Menschen“ fallen Rehabilitationszentren, Heime für körperlich oder geistig Behinderte, Pflegeheime, Altenheime und Krankenhäuser. Sowohl ambulante als auch stationäre Patienten werden hiervon erfasst.

Außerdem setzt eine Tatbestandsverwirklichung vorsätzliches Handeln unter missbräuchlicher Ausnutzung von Hilfsbedürftigkeit oder Krankheit des Opfers voraus. Davon ist auszugehen, wenn das Opfer objektiv hilfsbedürftig oder krank ist und dies bei der Vornahme sexueller Handlungen durch den Täter ausgenutzt wird. Erfahrene Strafrechtler legen bei der Fallprüfung besonderes Augenmerk auf diesen Punkt der Verteidigungsstrategie. Es ist nämlich umstritten, ob einvernehmliche sexuelle Handlungen bei geistig oder körperlich eingeschränkten Personen von der Rechtsnorm des § 174a II StGB berührt werden.




Anwalt Sexualstrafrecht - Schutz, Verteidigung, Diskretion

Was bedeutet sexueller Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung?

18.10.2021

Nach § 174 b StGB kann lediglich ein Amtsträger (§ 11 Abs. 1 Nr. 4 StGB), welcher „dienstlich an einem Strafverfahren, freiheitsentziehende Maßregeln der Besserung und Sicherung oder behördlichen Verwahrung mitwirkt“, Täter sein. Geschützt werden soll die sexuelle Selbstbestimmung einer Person, die von einem Unterbringungs- oder Strafverfahren betroffen ist und deren Willensfreiheit in Hinblick auf den drohenden Freiheitsentzug in gesteigertem Maße gefährdet ist. Personen sind in solchen Situationen besonders schutzwürdig vor sexuellen Übergriffen. Dahingehend greift § 174 b Abs. 1 in zeitlicher Hinsicht dem Schutzbereich des verwandten § 174 a vor. Nicht lediglich in Untersuchungshaft Verwahrte oder bereits Gefangene, sondern auch solche Personen, deren Unterbringungs- oder Strafverfahren sich im Laufen befinden, sollen dadurch Schutz vor sexuellem Missbrauch erfahren.


Welche Voraussetzungen gelten bei § 174 b Abs. 1 StGB?

18.10.2021

Dafür, dass die Tatbestandsvoraussetzung des sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung einer Amtsstellung nach § 174 b I StGB erfüllt werden, muss der Täter sich in einer besonderen Amtsstellung sowie in besonderer Beziehung zu dem Opfer befinden und vorsätzlich seine daraus resultierende Macht gegenüber dem Opfer und dessen Abhängigkeit ausnutzen, um sexuelle Handlungen an sich vornehmen zu lassen oder um Handlungen sexueller Natur am Opfer vorzunehmen. Unter „sexuellen Handlungen“ versteht man im Bereich der Missbrauchsdelikte physische Berührungen zwischen Opfer und Täter, welche dienstlich nicht erforderlich oder sozial nicht adäquat erscheinen.




Welche Strafen drohen bei einer Verurteilung?

18.10.2021

Strafen bei sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen

Bei allen drei Straftatbeständen gem. § 174 bewegt sich der Strafrahmen von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Das Gesetz sieht eine Geldstrafe somit nicht vor. Dennoch kann es gewisse Milderungsgründe geben, die auch die Verurteilung zu einer Geldstrafe noch möglich machen. Zu konkreten Aussagen bezüglich der Möglichkeiten einer Einstellung des Verfahrens oder zu erwartender Strafen kann Sie jedoch nur spezialisierter Strafverteidiger nach Akteneinsicht richtig beraten. Diese leiten sich individuell aus den Gegebenheiten des jeweiligen Falls ab.

Strafen bei Ausnutzung eines Betreuungs-, Behandlungs- oder Beratungsverhältnisses

Das StGB sieht bei sexuellem Missbrauch bei Ausnutzung eines Betreuungs-, Behandlungs- oder Beratungsverhältnisses nach § 174c I, II StGB eine Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren vor. Durch § 174c III StGB wird auch der Versuch unter Strafe gestellt.

Strafen bei sexuellem Missbrauch von Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen

Nach § 174a I, II StGB werden Zuwiderhandlungen mit Freiheitsstrafen zwischen drei Monaten und fünf Jahren geahndet. Auch hier ist gem. § 174a III StGB der Versuch strafbar.

Die Strafe im konkreten Einzelfall lässt sich jedoch nicht vorhersagen, da viele Faktoren das Strafmaß beeinflussen. Der Umgang mit der Tat oder eventuelle Vorstrafen spielen hier eine entscheidende Rolle. Wie in jedem Fall ist auch hier die Einstellung eines Verfahrens dringlichstes Ziel der Verteidigung oder ein Freispruch. Eine Verurteilung bedingt fast immer eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Strafen bei sexuellem Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung

Nach § 174 b Abs. 1 kann ein Freiheitsentzug zwischen drei Monaten und fünf Jahren verhängt werden. Gemäß § 174 b II StGB ist auch der Versuch des Missbrauchs unter Ausnutzung einer Amtsstellung strafbewährt. Die konkrete Strafhöhe bemisst sich allerdings am jeweiligen Einzelfall, da das Nachverhalten des Täters, etwaige Vorstrafen sowie die genauen Tatumstände hier eine gewichtige Rolle spielen.




Anwalt Sexualstrafrecht - Schutz, Verteidigung, Diskretion

Anwalt bei sexuellem Missbrauch – Wie kann ein Strafverteidiger helfen?

18.10.2021

Läuft gegen Sie ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellem Missbrauch sollten Sie unbedingt zwei goldene Regeln beachten:

  1. Nutzen Sie Ihr Aussageverweigerungsrecht und machen Sie unter keinen Umständen Angaben zu den Vorwürfen. Auch wenn Sie glauben mit einer Aussage die Tat ausräumen zu können, sollten Sie den Sachverhalt zuerst mit einem Anwalt absprechen.
  2. Kontaktieren Sie unverzüglich einen Rechtsanwalt, der sich auf Sexualstrafrecht spezialisiert hat und Erfahrung im Strafrecht mitbringt.

Beim Vorwurf eines sexuellen Missbrauchs handelt es sich um eine hochkomplexe juristische Materie. Das Gericht, bzw. die Staatsanwaltschaft müssen Ihnen nachweisen, dass sexuelle Handlungen einer gewissen Erheblichkeit vorliegen. Sämtliche Vorwürfe und ihre Stichhaltigkeit können nur durch eine Akteneinsicht geprüft werden. Um die Akte einsehen zu können, benötigen Sie einen Anwalt.

Ein durchsetzungsstarker Strafverteidiger weiß genau, wo er im Rahmen einer erfolgsorientierten Verteidigung ansetzen muss, und geht strategisch vor. Beim Vorwurf des Missbrauchs von Schutzbefohlenen muss das Opfer tatsächlich ein Schutzbefohlener im juristischen Sinne sein. Hieraus ergeben sich in der Praxis oft, neben dem Wahrheitsgehalt der Anschuldigung, Ansatzpunkte für eine effektive Strafverteidigung.

Bei Sexualdelikten geht es in der Regel nicht nur um strafrechtliche Sanktionen. Bei allen Straftaten aus dem Katalog des Sexualstrafrechts drohen ernste berufliche und private Konsequenzen. Vor allem Beschäftigte im öffentlichen Dienst oder Beamte – Erzieher, Lehrer oder Soldaten – haben erhebliche beamten- und dienstrechtliche Konsequenzen zu fürchten. Ab einer Strafe mit Freiheitsentzug ab einem Jahr erfolgt automatisch die Aberkennung des Beamtenstatus. Doch auch unter dieser Grenze kann die Kündigung drohen, so denn eine Verurteilung erfolgt. Die Schulgesetzte der einzelnen Länder sehen weitere Disziplinarverfahren vor.

Dr. Brauer Rechtsanwälte vertreten bundesweit Mandanten beim Vorwurf von Sexualstraftaten. Wir sorgen für bestmöglichen Schutz, höchste Diskretion und eine durchsetzungsstarke Verteidigung. Nehmen Sie jetzt Kontakt über Telefon, E-Mail, Formular oder WhatsApp zu uns auf und nutzen Sie unsere kostenlose Ersteinschätzung.

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Über den Autor
Dr. Matthias Brauer LL.M.

Rechtsanwalt und Fachanwalt Dr. Matthias Brauer ist Kanzleiinhaber und verfügt vor allem im Strafrecht und Verkehrsrecht über eine große Praxiserfahrung.

Standorte der Kanzlei Dr. Brauer Rechtsanwälte sind in Bonn, Dresden, Hamburg und München. Von dort aus vertreten die Anwälte und Strafverteidiger Mandanten aus und in ganz Deutschland.

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Sexueller Missbrauch – Formen und Strafen Zuletzt aktualisiert: 18.10.2021 von Dr. Matthias Brauer LL.M

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