Im Jahr 2022 wurden durch eine internationale Kooperation der Polizeibehörden in mehreren Ländern die Betreiber der Darknet-Plattformen TorPedoChat, TorPedoChatDE und TheAnnex festgenommen. Auf diesen Plattformen wurden über Jahre in großem Umfang kinderpornografische Bilder und Videos verbreitet; zudem fand unter den Nutzern ein Austausch über ihre Neigungen statt.1
Erfahrungsgemäß weiten sich die Ermittlungen nach der Festnahme der Administratoren einschlägiger Plattformen in den Monaten danach auf die Nutzer aus. Auch in diesem Fall ist mit zahlreichen Verfahren nach § 184b StGB zu rechnen.2
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Was waren TorPedoChat, TorPedoChatDE und TheAnnex?
TorPedoChat war eine englischsprachige Chatplattform im Darknet, auf der kinderpornografische Inhalte weitgehend anonym geteilt werden konnten. Die Nutzer tauschten sich dort in Echtzeit über ihre Neigungen aus. Laut Ermittlern kam es auch zu Verabredungen zu Missbrauchstaten. TorPedoChatDE war die deutschsprachige Variante.
Die Plattform TheAnnex war stärker strukturiert und nur für ausgewählte Nutzer zugänglich. Es gab dort verschiedene Chaträume – etwa für Kinder unter fünf Jahren oder unter dem Titel „No Limits“, in denen extreme Inhalte, einschließlich Missbrauchsabbildungen getöteter Kinder, geteilt wurden. Zugang erhielten nur Nutzer, die zuvor große Mengen an Material auf TorPedoChat bereitgestellt hatten.
Internationaler Schlag gegen die Betreiber
Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) stieß 2019 im Rahmen einer Darknet-Ermittlung auf TorPedoChat. Laut BLKA waren mehrere Tausend User weltweit aktiv und teilten monatlich über 120.000 Beiträge sowie 20.000 kinderpornografische Dateien.3
Ermittlungen führten zu Spuren in die USA, nach Großbritannien und Australien. Die beteiligten Behörden, darunter das FBI, Europol und Interpol, koordinierten ihre Maßnahmen in München. In der ersten Jahreshälfte 2022 wurden in den USA ein Administrator und ein Programmierer festgenommen, im November weitere mutmaßliche Betreiber in Deutschland und Großbritannien.4
Nach Angaben des BLKA waren die Seiten nach den Verhaftungen nicht mehr erreichbar. Bis Februar 2023 wurden über 30 Nutzer identifiziert – zum Teil durch verdeckte Ermittler.
Wie werden User von kinderpornografischen Darknet-Plattformen verfolgt?
Nach der Zerschlagung einer Plattform werden regelmäßig Server- und Benutzerdaten ausgewertet. Auch Metadaten, IP-Logs, Chatprotokolle oder PGP-Schlüssel helfen, Nutzer zu identifizieren. Zudem werden verdeckte Ermittler in den Foren eingesetzt, die Kontakt mit Mitgliedern aufnehmen.5
Ermittler in Deutschland werten die Daten zusammen mit Europol aus. Sobald eindeutige Hinweise auf einzelne Accounts bestehen, werden Ermittlungsverfahren eingeleitet und Hausdurchsuchungen angeordnet.
Nach § 184b StGB gilt die Verbreitung, der Besitz und der Erwerb von Kinderpornografie als Verbrechen. Die Mindeststrafe beträgt ein Jahr Freiheitsstrafe, die Höchststrafe zehn Jahre.
Mehr zur aktuellen Rechtslage in unserem Rechtstipp:
Erwerb, Besitz oder Verbreitung von Kinderpornografie nach § 184b StGB – Welche Strafen drohen?
Müssen Nutzer von TorPedoChat mit einer Hausdurchsuchung rechnen?
Ja. Nach solchen Ermittlungserfolgen folgen in aller Regel Durchsuchungsmaßnahmen gegen identifizierte Nutzer. Dabei werden Rechner, Smartphones, Speichermedien und Cloud-Zugänge beschlagnahmt, um Beweismaterial zu sichern.
Die Hausdurchsuchung ist meist der erste Hinweis auf ein laufendes Verfahren. Wichtig: Nichts löschen oder manipulieren, keine Aussagen treffen, sondern sofort anwaltlichen Beistand suchen.
Lesen Sie hierzu auch:
Hausdurchsuchung wegen Kinderpornografie – Was jetzt zu beachten ist
Nutzer bei TorPedoChat / TheAnnex: Was tun nach einer Anzeige?
Beschuldigte erfahren von Ermittlungen meist durch eine Hausdurchsuchung oder eine polizeiliche Vorladung. In allen Fällen gilt: Schweigen ist Ihr Recht. Aussagen können später schwer korrigiert werden.
Nach der Mandatierung wird der Strafverteidiger umgehend Akteneinsicht beantragen, um die Beweislage – insbesondere Logdaten, Hash-Vergleiche oder Chatprotokolle – zu prüfen. Erst danach kann eine fundierte Verteidigungsstrategie aufgebaut werden.
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Über den Autor
Dr. Matthias Brauer LL.M.
Dr. Matthias Brauer ist Rechtsanwalt und ein erfahrener Fachanwalt für Strafrecht. Seit Jahren vertritt er mit seiner Kanzlei "Dr. Brauer Rechtsanwälte" bundesweit Mandanten bei strafrechtlichen Anschuldigungen.
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Quellen & weiterführende Links
- Süddeutsche Zeitung: „Bayerisches LKA zerschlägt Darknet-Plattform TorPedoChat“ (2022) . ↩︎
- Pressemitteilung: Verbreitung von Kinderpornografie im Darknet: mehrere Plattformbetreiber festgenommen . ↩︎
- Spiegel: Die Pädokriminellen glaubten, unter sich zu sein. Und sicher . ↩︎
- WDR: Internationale Festnahmen nach Ermittlungen gegen Darknet-Plattformen TorPedoChat und TheAnnex . ↩︎
- Heise Online: Darstellungen von Kindesmissbrauch: Bayerische Ermittler heben Darknet-Foren aus . ↩︎
- Ergänzende Quellen: Bundeskriminalamt (BKA), Europol, § 184b StGB.







