Auch nach der Teillegalisierung 2024 kann der Konsum von Cannabis zum Führerscheinverlust führen. Die zulässige THC-Grenze beträgt seit dem 22. August 2024 3,5 ng/ml im Blutserum.
Mischkonsum von Alkohol und Cannabis ist im Straßenverkehr verboten - auch unterhalb der Grenzwerte. Zudem gilt für Fahranfänger (unter 21-Jahren oder PRobezeit) eine absolute Null-Toleranz.
Wer unter Einfluss von Cannabis am Straßenverkehr teilnimmt, riskiert Geldbuße, Punkte, Fahrverbot und eine MPU.
Wer mit THC im Blut bei einer Polizeikontrolle erwischt wurde, sollte keine Aussage tätigen und am besten sofort Kontakt zu einem Anwalt für Verkehrsstrafrecht aufnehmen.
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Weitere Kontaktmöglichkeiten:
- Darf ich nach dem Kiffen noch Auto fahren?
- Welche THC-Grenze gilt aktuell im Straßenverkehr?
- Wann ist der Wert von 3,5 ng/ml sicher überschritten?
- Welche Strafe droht bei Cannabis im Straßenverkehr?
- Verkehrsunfall unter Cannabis-Einfluss - was droht?
- Verkehrskontrolle wegen Cannabis - was muss ich beachten?
- Wann droht wegen Cannabis der Enzug der Fahrerlaubnis?
- Wann wird bei Cannabiskonsum eine MPU erforderlich?
- Mit Cannabis am Steuer erwischt - Hilfe vom Anwalt
Darf ich nach dem Kiffen noch Auto fahren?
Ja – aber nur, wenn der THC-Wert im Blut unter dem gesetzlichen Grenzwert von 3,5 ng/ml liegt und kein zusätzlicher Alkoholkonsum vorliegt und Sie kein Fahranfänger (unter 21 Jahren oder innerhalb der Probezeit) mehr sind.
Nach dem neuen Gesetz dürfen Erwachsene grundsätzlich am Straßenverkehr teilnehmen, wenn sie fahrtüchtig sind. Wer allerdings kurz nach dem Kiffen fährt oder regelmäßig konsumiert, riskiert ein Bußgeld, Fahrverbot oder sogar den Entzug der Fahrerlaubnis.
Wichtig: Bei Mischkonsum (Cannabis + Alkohol) gilt eine Null-Toleranz-Grenze – selbst bei geringen Mengen.
Welche THC-Grenze gilt aktuell im Straßenverkehr?
Seit dem 22. August 2024 gilt im deutschen Straßenverkehr der gesetzliche Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum. Dieser Wert wurde durch eine Änderung im Straßenverkehrsgesetz (§ 24a StVG) festgelegt.
Was bedeutet die Anhebung von 1,0 ng/ml auf 3,5 ng/ml?
Die frühere Praxisgrenze von 1,0 ng/ml war nicht gesetzlich verankert. Mit der Neuregelung wurde diese bewusst deutlich erhöht, um den Verkehrsrichtwert an aktuelle wissenschaftliche und praxisnahe Erkenntnisse anzupassen. Dabei entspricht die neue Grenze etwa der Wirkung von 0,2 ‰ Alkohol .
Der Grenzwert wurde vom Bundeskabinett eingeführt, um zwischen gelegentlichem und regelmäßigem Cannabiskonsum und der tatsächlichen Beeinträchtigung im Straßenverkehr besser zu differenzieren. Die 3,5 ng/ml beziehen sich auf das aktive THC im Blutserum (nicht im Vollblut oder Urin). Wer diesen Wert überschreitet, gilt nicht mehr als fahrtüchtig – es droht ein Bußgeldverfahren, Punkte und Fahrverbot.
Wann ist der Wert von 3,5 ng/ml sicher überschritten?
Das ist individuell unterschiedlich, aber es gibt einige grobe Richtwerte aus forensischer und toxikologischer Sicht:
Täglicher Konsum / Dauerkonsum
- Sehr hohes Risiko, auch Stunden oder Tage nach dem letzten Konsum über dem Grenzwert zu liegen.
- Bei Dauerkonsum reichert sich THC im Fettgewebe an und wird langsam wieder freigesetzt.
- Selbst bei mehreren Tagen Abstinenz kann der THC-Wert noch über 3,5 ng/ml liegen.
Einmaliger oder seltener Konsum - wie lange sollte man warten?
Das lässt sich nur grob abschätzen. Diese Werte variieren je nach Menge, Konsumform (Joint, Vape, Edibles), Körpergewicht, Stoffwechsel, Erfahrung etc. Grob geschätzt:
| Zeit nach Konsum | THC-Wert im Serum (geschätzt) | Kommentar |
|---|---|---|
| 0 – 1 Std | 50 – 150 ng/ml | Deutlich über Grenzwert |
| 2 – 4 Std | 10 – 30 ng/ml | Immer noch klar über Grenzwert |
| 6 – 8 Std | 2 – 7 ng/ml | Kann über oder unter 3,5 ng/ml liegen |
| 12 – 24 Std | 0,5 – 3 ng/ml | Meist unter Grenzwert (nur bei gelegentlichem Konsum) |
Fazit: Mindestens 24 Stunden Abstinenz
Kurze Zeit nach dem Kiffen ins Auto zu steigen ist keine gute Idee. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man noch über dem Grenzwert liegt - besonders bei kräftigem oder mehrfachem Konsum.
Eine sichere Wartezeit nach dem Kiffen, um den Grenzwert zu unterschreiten, gibt es nicht pauschal. Als Faustregel gilt:
- Mindestens 24 Stunden Absitenz - bei gelegentlichem Konsum.
- Bei regelmäßigem Konsum sind mehrere Tage bis Wochen nötig.
Es gibt keine zuverlässige Selbstkontrolle, da man den THC-Spiegel als solches selbst nicht spürt. Auch wer sich nicht mehr berauscht fühlt, kann trotzdem messbar THC im Blut haben und das über dem gesetzlichen Grenzwert.
Welche Strafe droht bei Cannabis im Straßenverkehr?
Wer mit mehr als 3,5 ng/ml THC im Blut fährt, jedoch keine Gefährdung des Verkehrs darstellt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Wer den Straßenverkehr durch den Cannabis-Konsum gefährdet, begeht eine Verkehrsstraftat.
| Verstoß | Bußgeld | Punkte | Weitere Konsequenzen |
|---|---|---|---|
| 1. Mal erwischt ohne Gefährdung | 528,50 € | 2 | 1 Monat |
| 2. Mal erwischt ohne Gefährdung | 1053,50 € | 2 | 3 Monate |
| 3. Mal erwischt ohne Gefährdung | 1578,50 € | 2 | 3 Monate |
| Bei Gefährdung des Verkehrs | - | 3 | Entziehung der Fahrerlaubnis + Strafverfahren (Geldstrafe oder Freiheitsstrafe) |
Der Mischkonsum (Alkohol + Cannabis) gilt als eigenständige Ordnungswidrigkeit. Hier drohen bis zu 1.000 Euro Bußgeld, Fahrverbot und Punkte.
Wer in der Probezeit oder unter 21-Jahre mit THC im Blut erwischt wird, dem droht entweder eine Verlängerung der Probezeit oder ein Entzug der Fahrerlaubnis bei mehrfachen Verstößen.
Verkehrsunfall unter Cannabis-Einfluss - was droht?
Wer unter Einfluss von THC einen Unfall verursacht, der muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Neben einem Strafverfahren (Geldstrafe oder Freiheitsstrafe) droht der Entzug der Fahrerlaubnis. Auch weitere Strafrechtsdelikte sind denkbar, wie z. B. Körperverletzung oder Gefährdung des Straßenverkehrs.
Auch Versicherungsleistungen können durch einen Verkehrsunfall mit THC im Blut gekürzt und verweigert werden. Ebenso drohen hohe zivilrechtliche Schadensersatzforderungen.
Verkehrskontrolle wegen Cannabis - was muss ich beachten?
Bei Verdacht auf Konsum von Cannabis kann die Polizei vor Ort einen Schnelltest (in der Regel Speicheltest) durchführen. Bei Auffälligkeiten oder einem positiven Schnelltest folgt die Anordnung einer Blutentnahme zur Bestimmung des THC-Werts.
Ihre Rechte bei einer Kontrolle:
- Schweigen ist Ihr gutes Recht - insbesondere zum Zeitpunkt und Umfang des Konsums.
- Werden Sie auf einen Konsum angesprochen - verneinen Sie ihn. Sobald Sie sagen, dass Sie ab und an Cannabis konsumieren, ist Ihnen eine Blutentnahme ziemlich sicher.
- Anwalt einschalten, besonders bei Bußgeldbescheid oder Strafverfahren.
Wann droht wegen Cannabis der Enzug der Fahrerlaubnis?
Bei Cannabiskonsum droht nicht automatisch der Entzug der Fahrerlaubnis, sondern es wird überprüft, ob der Betroffene den Cannabiskonsum von der Teilnahme am Straßenverkehr trennen kann. Damit ist die Regelung die Gleiche wie bei Alkohol am Steuer, wo man als Verkehrsteilnehmer auch das Trennungsgebot zu beachten hat.
Grundlage der Entscheidung über die Entziehung der Fahrerlaubnis ist ein ärztliches Gutachten, sofern der Sachverhalt nicht von vornherein eindeutig feststeht. Während das Gutachten bei BtM-Delikten immer angeordnet werden kann, gelten bei Cannabis aber spezielle Voraussetzungen. So reicht ein einmaliger Konsum nicht aus.
Bei Zweifeln an der Fahreignung kann die Fahrerlaubnisbehörde auch eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) anordnen. In diesem Fall müssen ebenfalls neben dem gelegentlichen Konsum weitere Tatsachen bekannt sein, die diese Zweifel an der Fahreignung begründen. Die ärztliche Untersuchung hat grundsätzlich Vorrang vor der Anordnung einer MPU, weil diese einen deutlich größeren Eingriff in die Privatsphäre des Fahrers darstellt.
Kommt die Behörde zu dem Schluss, dass der Cannabiskonsum nur einmalig oder gelegentlich stattfand und der Beschuldigte den Cannabiskonsum von der Teilnahme am Straßenverkehr trennen kann, dann darf der Betroffene seinen Führerschein behalten - vorausgesetz es gab keine Gefährdung des Straßenverkehrs.
Wann wird bei Cannabiskonsum eine MPU erforderlich?
Eine medizinisch-psychologische-Untersuchung (MPU) kann angeordnet werden, wenn:
- jemand wiederholt mit THC am Steuer erwischt wurde,
- jemand beim Mischkonsum (Alkohol + Cannabis) im Straßenverkehr erwischt wurde,
- eine Trennung von Konsum und Fahren nicht erkennbar ist oder fehlende Einscht besteht oder
- Zweifel an der Fahreignung besteht (etwa bei Abhängigkeit).
Mit Cannabis am Steuer erwischt - Hilfe vom Anwalt
Ein positiver THC-Test kann Ihre Faherlaubnis kosten - unabhängig davon, ob der Konsum legal war. Bei Bußgeld, Fahrverbot oder MPU drohen langfristige Folgen. Gerade aber wenn ein Strafverfahren aufgrund des Cannabiskonsums anhängt, etwa nach einem Verkehrsunfall oder bei einer Gefährdung des Straßenverkehrs, sollten Sie sofort einen erfahrenen Anwalt kontaktieren.
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Über den Autor
Dr. Matthias Brauer LL.M.
Dr. Matthias Brauer ist Rechtsanwalt und ein erfahrener Fachanwalt für Strafrecht. Seit Jahren vertritt er mit seiner Kanzlei "Dr. Brauer Rechtsanwälte" bundesweit Mandanten bei strafrechtlichen Anschuldigungen.
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