Wie bewege ich mich sicher im Darknet?

Sicherheit im Darknet - Tipps für Darknet-Nutzer

Wenn man sich sicher im Darknet bewegen möchte, hängt das nicht nur an der Software und Verschlüsselung. Es ist gerade auch das Verhalten des Darknet-Nutzers, was darauf Einfluss nimmt. Auch wenn das Darknet natürlich von der Umgebung her deutlich mehr Sicherheit bietet als das normale Internet (Clearweb), so gibt es doch einiges zu beachten, um nicht doch seine Spuren zu hinterlassen.

Es sei darauf hingewiesen, dass wir mit diesem Artikel keine Anleitung für potentielle Straftäter schaffen wollen. Angesicht von Verfolgung im Internet und Zensurmaßnahmen wollen sich jedoch viele Nutzer unerkannt im Netz bewegen. Diesen wollen wir hiermit ein paar Ratschläge mit auf den Weg geben. Dennoch geschehen tagtäglich unzählige Straftaten im Internet, einschließlich des Darknets oder Deep Webs. Wird gegen Sie ermittelt, sind wir der richtige Ansprechpartner für Sie.




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Sicher im Darknet unterwegs mit unseren 10 Tipps



  1. Persönliche Daten zurückhalten

    Wie bewege ich mich sicher im Darknet?

    Wenn Sie auf verschiedenen Darknet-Seiten unterwegs sind, kann es immer vorkommen, dass nach persönlichen Daten wie Name, E-Mail-Adresse oder sogar Wohnort gefragt wird. Sei es in einem kleinen Forum oder auf einer Chat-Seite. Natürlich ist es dann schlagartig vorbei mit der Anonymität. Wer also unentdeckt bleiben möchte, sollte keine persönlichen Daten, egal wo, angeben.

    Wer eine E-Mail-Adresse trotzdem irgendwo angeben möchte, sollte sich eine anonyme E-Mail auf entsprechenden Plattformen anlegen. Diese darf natürlich keine Hinweise auf Namen oder Geburtsjahr enthalten.



  2. Niemals bei Facebook, Twitter und Co. einloggen

    Wenn Sie Ihren Darknet-Browser beim Surfen dazu benutzen um schnell die neuesten Nachrichten auf Social-Media-Kanälen zu kontrollieren, dann hinterlassen Sie natürlich die deutlichste Spur zu Ihrer Identität. Versuchen Sie daher diese Dinge vollständig zu trennen.

    Um seine Social-Media-Konten zu nutzen, sollte man daher immer auf den normalen Browser zurückgreifen, denn dort finden sich ohnehin fast immer Hinweise, die auf Ihre wahre Identität mindestens hinweist.



  3. Auch keine Besuche im Darknet bei sonstigen Konten

    Genauso wie für Social Media, gilt natürlich, dass Sie während Ihres Besuchs im Darknet nicht auf E-Mail-Konten, Clouds oder auch zum Beispiel auf Ihr Google Konto zugreifen.

    Wenn Sie irgendwo bei privaten Konten im Darknet eingeloggt sind, kann ein Zusammenhang zu Ihnen hergestellt werden. Daher dafür lieber den normalen Browser benutzen.



  4. Bei Einkäufen aufpassen

    Einkäufe im Darknet sind natürlich das große Thema. Es stellt sich natürlich die Frage, was man im Darknet kaufen sollte, was es im Internet nicht gibt, sofern der Erwerb und Besitz denn legal ist. Sie sollten generell bei Käufen im Darknet aufpassen. Auch wenn man mit Bitcoins bezahlt, ist es nie zu 100% sicher.

    Wenn Sie Ihre Kontodaten angeben oder auch Ihre Adresse, vielleicht bei Lieferung per Versand, hinterlassen Sie immer eindeutige Spuren, die Sicherheitsbehörden zu Ihnen lenken, wenn Sie wirklich strafrechtlich Relevantes erwerben sollten. Hierbei sei erwähnt, dass Server von Darknet-Marktplätzen regelmäßg beschlagnahmt werden und die Betreiber oftmals nicht sonderlich sicher mit den Daten von Kunden- oder auch Verkäuferkonten umgehen. Unzählige Strafverfahren, etwa wegen Drogenbestellungen im Darknet, wurden so bereits eingeleitet.




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  6. Vorsicht bei Downloads

    Im Darknet lassen sich natürlich auf unzähligen Seiten verschiedene Dinge herunterladen. Von der Software bis hin zu einfachen Bildern. Generell ist da immer Vorsicht geboten, denn natürlich befinden sich dort im Vergleich zum normalen Internet noch mehr Viren und Trojanern hinter den Dateien.

    Wenn Sie im Darknet einen Download tätigen, öffnen Sie die Datei niemals ohne einen zuverlässigen Virenscanner einen Blick auf den Download werfen zu lassen. Im Zweifel aber lieber die Finger davon lassen.



  7. Auch bei Uploads sollten Sie aufpassen

    Nicht nur das Herunterladen birgt Gefahren, sondern auch das hochladen. Dokumente und Bilder haben oft Hintergrunddaten (Metadaten), die auf die Herkunft hinweisen. Gerade also auf Ihrem Rechner erstellte Bilder oder Dokumente enthalten also mehr Informationen als der Laie wohl vermuten würde.

    Halten Sie sich daher zurück, wenn Sie beispielsweise in einem Forum etwas hochladen möchten. Ansonsten machen Sie sich im Internet schlau, wie man ein Bild oder Dokument so gestaltet, dass keine Spuren auf Sie hinweisen.



  8. Betriebssystem beachten

    Auch das Betriebssystem ist nicht unwesentlich für den sicheren und anonymen Umgang mit dem Darknet. Mittlerweile kann man sich Darknet-Browser auch schon für das Smartphone herunterladen. Diese Betriebssysteme haben natürlich auch gewise Sicherheitslücken. Auf dem PC ist es immerhin immer noch etwas sicherer als mit Ihrem Smartphone.

    Wer wirklich komplett auf Nummer Sicher im Darknet gehen möchte, der kann auf alternative Betriebssysteme zurückgreifen. Mittlerweile gibt es auch schon ein Betriebssystem welches gerade auf diese Anonymität ausgelegt ist.



  9. Plugins vermeiden

    Dass Internet Plugins wie Flash, Java, Silverlight etc. anfällig für Angriffe von außen sind, ist mittlerweile nahezu jedem Internetnutzer bekannt. Diese können jedoch auch Ihren Besuch im Darknet gefährden. Manche Dieser Plugins ist nämlich direkt auf Ihrem Rechner installiert und aktiviert sich automatisch für alle Browser, auch für jene, die Sie für das Darknet benutzen.

    Sicherheitshalber sollten Sie daher in Ihren Programmen noch einmal nachsehen, welche Browser-Erweiterungen und Internet-Plugins sich auf Ihrem Rechner verstecken und Diese entfernen oder zumindest deaktivieren.



  10. Anti-Viren-Software und Aktualität

    Mittlerweile auch schon bei jedem Internetnutzer Standard, dennoch umso wichtiger im Darknet: Die Anti-Viren-Software. Beachten Sie auf jeden Fall, dass Sie vor Ihrem Besuch ein gutes und aktuelles Anti-Virus-Programm und einen Virenscanner mit Live-Virenschutz benutzen. Das ist absolute Grundvorrausetzung.

    Zusätzlich achten Sie darauf, daß Ihr Anit-Virenprogramm auf dem neuesten Stand ist und kein Update benötigt. Auch der Darknet Browser selbst, sollte immer vor jeder Benutzung auf Aktualität geprüft werden, um Sicherheitsrisikien zu vermeiden.



  11. Cookies deaktivieren

    Cookies sind Ihre ständigen Begleiter beim Internet-Surfen. Diese heften sich an Sie und wollen Ihr Nutzerverhalten, meist zu kommerziellen Zwecken, analysieren. Diese gibt es leider auch im Darknet.

    Sehen Sie sich daher die Einstellungen Ihres Darknet-Browsers noche einmal genauer an. Dort können Sie die Benutzung von Cookies ausschalten.




Wie sicher ist das Darknet? - Allgemeine Informationen

Die herkömmliche Nutzung des Internets stellt nur einen Bruchteil dessen dar, was in Wirklichkeit möglich ist. Das Darknet hat das Potenzial, Daten und Information anonym zu tauschen oder zu veröffentlichen. Google und die anderen Suchmaschinen kennen nur den Teil des Internets, den die Suchmaschinen auch erfassen können. Der Teil abseits vom sogenannten Clearweb wird als Deep Web bezeichnet. Daneben gibt es noch einen komplett verschlüsselten Bereich innerhalb des Internets, das sogenannte Darknet. Diese riesengroße Parallelwelt Darknet dient allerdings nicht nur kriminellen Handlungen.

 

Das Darknet - Sicherheit im Internet

Möglichkeiten Darknet vs. Internet

Aufgrund dieser anonymen Eigenschaften bietet das Darknet auch eine Vielzahl von Möglichkeiten um kriminellen Machenschaften nachzugehen. Wie zum Beispiel dem Drogen- oder Waffenhandel. Um dagegen vorzugehen, werden seit geraumer Zeit Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Darknet durchgeführt. Eine Studie des britischen Thinktanks International Institute for Strategic Studies aus dem Jahre 2016 besagt, dass 57 % von ca. 5.200 untersuchten Seiten im Darknet inhaltlich einen illegalen Charakter besitzen. Die Sprecherin des Chaos Computer Clubs sieht die einseitige negative Erwähnung als kritisch an. Sie sieht das Darknet als das ideale Internet an, dass von ihren Nutzern ohne Zensur und Überwachung genutzt werden kann. In diesem Zusammenhang sind natürlich alle Vor- und Nachteile mit einzubeziehen. Allerdings sollte erwähnt sein, dass ca. ein Drittel des Darknets legal genutzt wird. Daneben nutzen auch Personen wie Journalisten, Aktivisten von Menschenrechtsorganisationen, Whistleblower oder Menschen, die sich anderweitig schützen müssen, das Darknet. Gerade in Staaten wie China wird man schnell dazu gezwungen anonym und möglichst gut verschlüsselt zu kommunizieren oder Informationen auszutauschen.

Allerdings ist als Beispiel für die illegale Nutzung des Darknets der Amoklauf von München im Juli 2016 zu nennen. Ein 18 Jähriger erschoss in einem Einkaufszentrum neun Menschen und anschließend sich selbst. Dieser besorgte sich die Waffe illegal aus dem Internet. Der Verkäufer der Waffe wurde kurze Zeit später durch einen fingierten Kauf der Polizei überführt und festgenommen und im Januar 2018 zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Funktionsweise des Darknets

Beim Darknet handelt es sich um einen Zusammenschluss von mehreren unterschiedlichen anonymen Netzwerken. Man kann es als losen Zusammenschluss vieler einzelner Computer, die über die ganze Welt miteinander verbunden sind bezeichen. Diese Rechner tauschen ihre Daten verschlüsselt aus. Die Kommunikation läuft nicht über eine zentrale Verwaltungsinstanz wie zum Beispiel das Domain Name System (DNS).

Jeder Computer kann sich Daten holen, bereitstellen oder weiterleiten. Der Onion Routing Dienst leitet alle Datenpakete über eine zufällig gewählte Route zum Tor Server Netzwerk. Durch diese Zufälligkeit der gewählten Route zum Server werden die Datenpakete langfristig verschleiert. Die genutzten Adressen tragen die Domainendung .onion. Dieser Begriff wurde von Tor , der für die Anonymisierung zuständig ist, abgeleitet. Diese Domains stehen nicht über das normale Internet zur Verfügung und werden auch nicht von Suchmaschinen-Diensten wie Google, Yahoo oder Bing indiziert. Das Wort Tor steht für diesen Dienst, „The Onion Router“.

Dieser ungewöhnliche Name, Onion ist das englische Wort für Zwiebel und erklärt gleichzeitig das Funktionsprinzip dieses Dienstes. Die mehrfache Verschlüsselung stellt das Zwiebelschalenprinzip dar. Jedes Datenpaket wir über einen zufällig gewählten Computer (Nodes) gesendet. Jeder einzelne Computer entschlüsselt eine Verschlüsselungschicht der Zwiebel, bis der letzte Computer angewählt wird und die Daten an das offene Internet übergeben werden. Die Daten können durch die Verschlüsselung nicht von den beteiligten Computern (Nodes) mitgelesen werden.

Eine weitere Option der Verschlüsselung der Daten bietet das Verstecken von Webseiten und Webadressen. Diese liegen auf Servern des Tor Netzwerkes. Diese Adressen tragen die fiktive Domainendung .onion und sind auch nur über die Verbindung zum Tor Netzwerk angewählt werden können.

Die illegale Seite des Darknets

Durch diese anonymen Möglichkeiten des Darknets lassen sich kriminelle Aktivitäten gut verschleiern. Durch das Darknet wird dem Kriminellen die Möglichkeit eröffnet, vom Urheberrecht geschützte Dateien, Drogen, Waffen oder Auftragsmorde zu veranlassen bzw. zu bestellen und mit einer anonymen digitalen Währung wie zum Beispiel bitcoin die Ware oder Dienstleistung zu bezahlen.

Das Aufspüren von solchen kriminellen Machenschaften ist für die Behörden äußerst schwierig, da der Zugriff auf diese speziellen Webseiten und Webadressen in der Regel nur auf Einladung möglich sind oder für bereits bekannte Teilnehmer der Zugang besteht.

Wie bereits Anfangs erwähnt, kam die Polizei dem Waffenhändler im Fall des Amoklaufs nur auf die Spur, indem die Ermittler eine andere Identität annahmen. Sie benutzten die Identität eines schon entlarvten Kunden des Waffenhändlers und versuchten ihm Waffen und Munition zu verkaufen.

Weiterhin sollten auch die Webseiten und Webadressen erwähnt werden, die dem jeweiligen Tor Netzwerk Nutzer durch falsche Lockangebote versuchen ihm Schadsoftware auf seinen Computer hochzuladen.

Wie ins Tor Netzwerk

Der Tor Browser für Windows von Mozilla Firefox ist die einfachste Methode um in das Darknet zu gelangen. Für diesen gibt es auch eine deutsche Version. Bevor man mit Tor startet, sollte man vorab zur Sicherheit einen Snapshot durchführen. Die Anonymität kann man über die Webseite wieistmeineip.de überprüfen. Um die Anonymität noch zu erhöhen, fragt der Browser, ob die englischsprachige Version einer Webseite in Zukunft immer geladen werden soll. Die Webseite wieistmeineip.de sollte über Microsdoft Edge geöffnet werden um zu verifizieren, ob man im Tor Browser mit einer anderen IP-Adresse im Netz ist.

Beim Besuch der Webseite The Hidden Wiki über den Tor-Browser sind einige Suchmaschinen wie Duckduckgo und anderen Portalen aufgeführt. Im nicht zensierten Hidden Wiki scheint es so, als ob alles erlaubt ist.

Das Darknet – Chance oder Bedrohung?

Die Frage, ob das Darknet positiv oder negativ für die Gesellschaft ist, kann sicherlich nicht einseitig beantwortet werden. Da sowohl durch die Möglichkeit der Anonymität die kriminellen Aktivitäten geschützt werden aber auch die Aktivitäten von verfolgten Journalisten, Menschenrechtsorganisationen, Freiheitskämpfern und Whistleblowern. Diesen Menschen wird durch das Darknet die Möglichkeit eröffnet, Daten anonym zu veröffentlichen und sich auszutauschen.

Eine moralische Bewertung des Darknets ist daher nicht möglich. Beim offenen Internet kommt es immer häufiger vor, dass die Nutzung auf Kosten der Verwendung der eigenen Daten und somit der eigenen Privatsphäre geht. Dieser fragwürdigen Entwicklung in der heutigen Zeit steht das Tor Netzwerk entgegen und bietet den Nutzern die Möglichkeit ihre Privatsphäre weitestgehend in der heutigen digitalen und immer komplexeren Welt zu behalten.




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Über den Autor
Dr. Matthias Brauer LL.M.

Rechtsanwalt und Fachanwalt Dr. Matthias Brauer ist Kanzleiinhaber und verfügt vor allem im Strafrecht und Verkehrsrecht über eine große Praxiserfahrung.

Standorte der Kanzlei Dr. Brauer Rechtsanwälte sind in Bonn, Frankfurt am Main, Dresden, Hamburg und Berlin. Von dort aus vertreten die Anwälte und Strafverteidiger Mandanten aus und in ganz Deutschland.

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Wie bewege ich mich sicher im Darknet? Zuletzt aktualisiert: 22.04.2022 von Dr. Matthias Brauer LL.M

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