Wenn man sich zu Unrecht mit dem Vorwurf der Vergewaltigung konfrontiert sieht, ist es nicht leicht, einen kühlen Kopf zu bewahren.1
Es droht eine Haftstrafe, aber auch soziale Ächtung, Verlust der Arbeitsstelle und Ähnliches mehr.
Bei einem Aussage-gegen-Aussage-Szenario neigt das Gericht oftmals eher dazu, dem Opfer Glauben zu schenken. Daher ist es von maßgeblicher Bedeutung für die Verteidigung, sich über den Hintergrund, die Persönlichkeit und die psychische Verfassung der Klägerin zu informieren. Besonders muss dabei auf das Borderline-Syndrom geachtet werden. Warum, das erfahren Sie in unserem Rechtstipp.45
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Borderline-Syndrom: Daran erkennt man die Persönlichkeitesstörung
Borderline („Grenzlinie“) ist eine Persönlichkeitsstörung zwischen Psychose und Neurose, die sich durch eine starke seelische Instabilität auszeichnet. Personen mit Borderline haben u.a. ausgeprägte Affektinstabilität, Impulsivität und Schwierigkeiten in Beziehungen sowie der Selbstwahrnehmung.23
Typische Symptome sind plötzliche Verzweiflungs- oder Wutausbrüche; Situationen können dadurch verzerrt erlebt und erinnert werden. Das kann im Einzelfall das Erinnern, Bewerten und Berichten erlebter Ereignisse beeinflussen – ein Aspekt, der in forensischen Kontexten regelmäßig sachverständig geprüft wird.5
Borderline und Vergewaltigungsvorwürfe - was daran kritisch ist
An Borderline erkrankte Personen erleben oft stark schwankende Nähe-Distanz-Bedürfnisse, intensive Angst vor Verlassenwerden und Phasen mit rasch wechselnden Gefühlen gegenüber derselben Person. In intimen Situationen können Missverständnisse und nachträglich abweichende Bewertungen des Erlebten auftreten. Forensisch bedeutsam ist daher eine sorgfältige, unabhängige Glaubhaftigkeitsprüfung unter Einbeziehung eventueller psychischer Faktoren – ohne pauschale Schlüsse.345
Gerichte sind zur freien Beweiswürdigung verpflichtet (§ 261 StPO). In „Aussage-gegen-Aussage“-Konstellationen stützt sich die Entscheidung häufig auf die Gesamtwürdigung von Aussagequalität und Personenglaubwürdigkeit; aussagepsychologische Gutachten können dabei eine Rolle spielen.45
Verteidigungsstrategien beim Vorwurf einer Vergewaltigung im Zusammenhang mit Borderline?
In Verfahren nach § 177 StGB (sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung) liegt die Mindeststrafe bei zwei Jahren im Vergewaltigungstatbestand – entsprechend hoch ist das Risiko bei Fehleinschätzungen.1
Praktische Verteidigungsschritte:
- Schweigen! Keine Angaben zur Sache ohne anwaltliche Beratung; das Aussageverweigerungsrecht schützt Sie.6
- Fachanwalt einschalten. Akteneinsicht, Beweisanalyse (insbes. Kommunikationsverläufe, Zeugen, Kontext), Strategieentwicklung.
- Aussagepsychologische Begutachtung anregen/prüfen, wenn Aussagequalität/Glaubhaftigkeit zentrale Rolle spielt.5
- Psychosoziale/medizinische Kontexte sachlich einbeziehen (z.B. dokumentierte Diagnosen, Behandlungen) – stets respektvoll und ohne Stigmatisierung.
Detailliertere Informationen zum Vorwurf der Vergewaltigung finden Sie hier: Schnelle Hilfe vom Anwalt beim Vorwurf der Vergewaltigung.
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Über den Autor
Dr. Matthias Brauer LL.M.
Dr. Matthias Brauer ist Rechtsanwalt und ein erfahrener Fachanwalt für Strafrecht. Seit Jahren vertritt er mit seiner Kanzlei "Dr. Brauer Rechtsanwälte" bundesweit Mandanten bei strafrechtlichen Anschuldigungen.
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Quellen
- § 177 StGB – Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung – dejure.org ↩︎ ↩︎
- IQWiG – Gesundheitsinformation.de: „Borderline-Persönlichkeitsstörung“ – gesundheitsinformation.de ↩︎
- AWMF S3-Leitlinie Persönlichkeitsstörungen (inkl. Borderline) – awmf.org ↩︎ ↩︎
- § 261 StPO – Freie Beweiswürdigung – dejure.org ↩︎ ↩︎ ↩︎
- Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) – Richtlinien zur aussagepsychologischen Begutachtung – bdp-verband.de ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎
- Vorladung bei der Polizei als Beschuldigter – pdie-anwalts-kanzlei.de ↩︎
- Bundeszentrale für politische Bildung – Überblick Sexualstrafrecht – bpb.de














