Welche Strafe droht bei Drogen am Steuer?

Welche Strafe droht bei Drogen am Steuer?

Zu Beginn in aller Kürze: Bei Drogen am Steuer drohen ein hohes Bußgeld, Punkte in Flensburg, der Entzug des Führerscheins und zusätzlich ein Strafverfahren. Wie immer kommt es aber in der Praxis auf den Einzelfall an. In diesem Artikel werden folgende Fragen beantwortet:




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Wenn Sie unter dem Einfluss von Drogen am Steuer angetroffen wurden, dann gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Strafe deutlich zu senken und die ebenfalls kostenintensiven Nebenfolgen zu vermeiden. Deshalb sollte bei Drogen am Steuer frühzeitig ein Fachanwalt konsultiert werden.



Handelt es sich bei Drogen am Steuer um eine Ordnungswidrigkeit oder um eine Straftat?

Drogen im Straßenverkehr - OWiG oder Straftat

13.10.2021

Wer mit Drogen am Steuer erwischt wird, dem droht nicht nur eine hohe Strafe, sondern auch Nebenfolgen, die sich empfindlich im künftigen Alltag des Betroffenen auswirken können. Der Grund für die Härte des Gesetzes bei Drogen am Steuer ist, dass sich der Verkehrsteilnehmer nicht nur selbst gefährdet, sondern auch andere Personen. Wie stark das konkret der Fall ist, wirkt sich auf die Höhe der Strafe aus. Das liegt vor allem an der Unterscheidung zwischen Ordnungswidrigkeit und Straftat.

Im Gegensatz zum Fahren unter Alkoholeinfluss gibt es im Fall von Drogen am Steuer keinen klar festgelegten Grenzwert. Es kommt vielmehr darauf an, ob dem betroffenen Verkehrsteilnehmer eine Fahruntüchtigkeit nachgewiesen werden kann. Das wird in der Praxis immer der Fall sein, wenn die Polizei ein auffälliges Fahrverhalten festgestellt hat (z. B. das Fahren von Schlangenlinien) oder eindeutig Fahrfehler vorliegen. Es ist dann von einer Gefährdung des Straßenverkehrs auszugehen.

Ist das aber nicht der Fall, dann liegt „nur“ eine Ordnungswidrigkeit vor, die beim erstmaligen Verstoß mit einem Bußgeld von 500 Euro, 2 Punkten beim Kraftfahrtbundesamt und einem einmonatigen Fahrverbot bestraft wird. Bei mehrmaligen Verstößen erhöht sich die Strafe entsprechend:

Praktische Tabelle: Drogenfahrt



Verstoß Bußgeld Punkte Fahrverbot
Ersttäter - Drogen am Steuer 500,- Euro 2 1 Monat
2. Mal Drogen am Steuer 1.000,- Euro 2 3 Monate
2. Mal Drogen am Steuer 1.500,- Euro 2 3 Monate

Anders ist es bei einer festgestellten Fahruntüchtigkeit: Hier liegt eine Straftat vor. In Betracht kommen § 316 (Trunkenheit im Verkehr: Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe) und § 315c StGB (Gefährdung des Straßenverkehrs: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe). Zudem drohen hier selbst Ersttätern der Entzug der Fahrerlaubnis und eine ca. zwölfmonatige Führerscheinsperre.

Das Strafmaß wird sich verschärfen, wenn es sich nicht mehr um den ersten Verstoß handelt, wenn ein Unfall verursacht wurde oder der Verkehrsunfall sogar tödlich endete. Im letzten Fall kommt auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung (§ 222 StGB) in Betracht.

Der Unterschied zwischen den Strafen nach dem Straßenverkehrsrecht (Ordnungswidrigkeit) und dem Strafrecht (Straftat) bei Drogen am Steuer ist also ganz erheblich. Deshalb sollte möglichst frühzeitig ein Anwalt eingeschaltet werden.



Wird bei Drogen am Steuer zwischen weichen und harten Drogen unterschieden?

Macht es einen Unterschied ob man Heroin oder Marihuana konsumiert hat?

13.10.2021

Für das Strafmaß (Bußgeld, Punkte) spielt die Art der Drogen keine Rolle. Aber beim Entzug der Fahrerlaubnis ist von Bedeutung, ob es sich um Cannabis oder andere Drogen handelt. Bei Amphetamin, Crystal-Meth, Kokain & Co. ist der Führerschein bereits beim ersten Mal weg. Bei diesen Drogen ist es sogar unerheblich, ob sie konsumiert oder nur bei sich geführt wurden. Generell ist für die zuständige Verkehrsbehörde – mit Ausnahme von Cannabis – jeder Konsument von Betäubungsmitteln zum Führen von Fahrzeugen ungeeignet.

Bei Cannabis unterscheidet man, ob ein einmaliger, ein gelegentlicher oder ein regelmäßiger Konsum vorliegt. Das wird durch einen Bluttest ermittelt. Es wird dabei festgestellt, wie hoch der Tetrahydrocannabiol (THC)-Wert ist. Durch ihn wird nachgewiesen, ob gerade Cannabis konsumiert wurde. Dagegen kann man durch die während des Abbaus im Körper entstehende THC-Carbonsäure (THC-COOH) feststellen, ob gelegentlicher oder regelmäßiger Konsum vorliegt, was großen Einfluss auf den Entzug der Fahrerlaubnis hat.

Auch wenn Cannabis-Konsum anders behandelt wird: Im Fall einer Kombination von Cannabis und Alkohol geht man auch hier von einer Nichteignung zum Führen von Fahrzeugen aus.



Wann wird bei Drogen am Steuer der Führerschein eingezogen?

Führerscheinentzug bei Drogenfahrt:

13.10.2021

Das Straßenverkehrsgesetz unterscheidet zwischen einem Fahrverbot und dem Entzug des Führerscheins. Ein Fahrverbot kann für maximal drei Monate verhängt werden. Danach erhalten Sie den Führerschein zurück.

Beim Führerscheinentzug dagegen verliert die Fahrerlaubnis komplett ihre Gültigkeit. Sie muss dann nach der festgelegten Sperrfrist neu beantragt werden. Das ist mit erheblichen Kosten verbunden, weil eine Auflage dabei eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) ist – der sogenannte „Idiotentest“.



BtmG-Anwalt in Bonn - Dr. Matthias Brauer

Wann muss ich eine MPU wegen Drogen am Steuer machen?

MPU wegen Drogenfahrt:

13.10.2021

Neben der gerade erwähnten Auflage bei der Neubeantragung der Fahrerlaubnis kann eine MPU auch dann angeordnet werden, wenn die Verkehrsbehörde Zweifel an Ihrer Eignung als Fahrer hat. Das kann bereits dann der Fall sein, wenn Sie nur mit Drogen erwischt wurden, diese aber nicht konsumiert hatten.

Falls Sie unter dem Einfluss von Drogen standen während Sie ein Fahrzeug geführt haben wird die MPU umfangreicher. Sie müssen nicht nur die normalen Untersuchungen und Tests absolvieren, sondern auch ihre Abstinenz von Drogen über einen bestimmten Zeitraum nachweisen. Das geschieht durch einen medizinischen Drogentest mittels Untersuchung Ihres Urins, Speichels oder Bluts.



Was droht zusätzlich bei Drogen am Steuer in der Probezeit?

Drogenfahrt während Probezeit:

13.10.2021

Gerade für junge Leute relevant: Wer mit Drogen am Steuer in der Probezeit erwischt wird, muss fest davon ausgehen, dass sich die Probezeit um zwei Jahre verlängert und man an einem Aufbauseminar teilnehmen muss, das selbstverständlich selbst zu bezahlen ist.



Weitere Konsequenzen bei Drogenbesitz:

Lesen Sie hierzu meinen Artikel: Welche Strafe droht bei Verstoß gegen §29 BtMG?



Warum bei Drogen am Steuer einen Fachanwalt für Strafrecht einschalten?

Anwalt bei Drogenfahrt:

13.10.2021

Wenn Sie die Polizei mit Drogen am Steuer erwischt hat, dann stellt sich nach dem ersten Schreck als Nächstes schnell die Frage: Wie verhalte ich mich jetzt am besten, lohnt es sich überhaupt, einen Rechtsanwalt einzuschalten?

Wie oben näher erläutert, gibt es erhebliche Unterschiede bei der zu erwartenden Strafe. Welche davon gegen Sie verhängt wird, ist nicht zuletzt vom weiteren Fortgang des Verfahrens abhängig. Hier kann ein Strafverteidiger aufgrund seiner Erfahrung Weichen stellen, die Sie als juristischer Laie möglicherweise nicht sehen. Bedenken Sie auch die hohen Kosten, die im Falle einer Verurteilung auf Sie neben einer Geldstrafe zukommen können.

Als Fachanwalt für Strafrecht und Rechtsanwalt für Verkehrsrecht kann ich mittlerweile auf sehr viele Verfahren zum Thema „Drogen am Steuer“ zurückblicken. Dadurch kenne ich das Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden und der Verkehrsbehörden sehr genau und kann Ihnen eine schnelle und kompetente Hilfe garantieren.

Ich stehe Ihnen bundesweit als Anwalt zur Verfügung. Nehmen sie einfach über das Kontaktformular oder die angegebene Telefonnummer, gern auch über WhatsApp, Kontakt mit mir auf.


Dr. Matthias Brauer LL.M - Ihr Fachanwalt für Strafrecht mit Schwerpunkt auf BtM-Delikten


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Dr. Matthias Brauer LL.M.
Welche Strafe droht bei Drogen am Steuer? Zuletzt aktualisiert: 13.10.2021 von Dr. Matthias Brauer LL.M

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