Führerscheinentzug bei Kokainkonsum?

Führerscheinentzug bei Kokainkonsum?

Kokain & Führerschein – Womit muss man rechnen?

Bei allen „harten Drogen“ muss man davon ausgehen, dass der Führerschein auch dann entzogen wird, wenn der Konsum gar nichts mit der Teilnahme am Straßenverkehr zu tun hat. Deshalb ist auch bei Kokainkonsum mit einem Führerscheinentzug zu rechnen.

Konsumenten von Betäubungsmitteln (Ausnahme Cannabis) gelten in den Augen des Gesetzgebers und der Rechtsprechung generell als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, was zunächst etwas verwunderlich erscheint, da der reine Konsum von Betäubungsmitteln in Deutschland straffrei ist.

In diesem Artikel wird der rechtliche Zusammenhang zwischen Kokainkonsum und der Entziehung der Fahrerlaubnis näher erläutert. Dabei stehen die verkehrsrechtlichen Probleme des Führerscheinentzugs wegen Kokain im Mittelpunkt. Informationen zu den strafrechtlichen Aspekten finden Sie im Artikel „Was tun bei einer Strafanzeige wegen § 29 BtMG?“

In meinem Rechtstipp finden Sie Anworten auf folgende Fragen:






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Wie hängen Kokainkonsum und Fahrerlaubnisentzug genau zusammen?

Nach der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) ist es die Aufgabe der Straßenverkehrsbehörde (Fahrerlaubnisbehörde) zu prüfen, ob der Inhaber einer Fahrerlaubnis zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet ist. Falls nicht, dann hat die Behörde die Fahrerlaubnis nach § 46 Abs. 1 der FeV zu entziehen.

Nachfolgend werden Fahrerlaubnis und Führerschein aufgrund ihrer weitgehend gleichen Bedeutung in der Alltagssprache synonym verwendet. Nähere Informationen zu den rechtlichen Unterschieden finden Sie in dem Artikel „Was ist der Unterschied zwischen einem Fahrverbot und dem Entzug der Fahrerlaubnis?“

Zu den regelmäßigen Gründen für eine Überprüfung der Fahreignung zählt auch der Konsum von Betäubungsmitteln. Dabei wird die Entscheidung der Behörde unabhängig vom Ausgang eines Strafverfahrens getroffen. Die Information über den vorangegangenen Konsum von Betäubungsmitteln erhält sie automatisch von der Polizei.



Kommt es bei der Entscheidung auf die Menge und die Häufigkeit des Kokainkonsums an?

Anders als bei Cannabis spielen Menge und Häufigkeit des Konsums von Kokain keine Rolle. Aus diesem Grund kann es selbst schon nach der Feststellung eines einzigen Kokainkonsums zum Entzug des Führerscheins kommen. Durch einen Mischkonsum mit anderen Betäubungsmitteln kann sich die Sperrfrist nach einem Führerscheinentzug weiter erhöhen.



Wie lange ist Kokain im Körper nachweisbar?

Kokain kann generell sehr lange nachgewiesen werden. Im Blut sind es noch sechs Stunden nach dem Konsum. Danach ist das beim Abbau in der Leber entstandene Benzouylecgonin noch nach einer Woche durch eine Blutentnahme nachweisbar.

Im Urin ist Kokain noch bis zu 18 Stunden nachweisbar, Benzouylecgonin ungefähr vier Tage, unter Umständen (etwa bei häufigem Konsum) noch wesentlich länger.

Ablagerungen des Kokains in den Haaren können noch nach Jahren nachgewiesen werden.



Womit muss man bei einer Drogenfahrt mit Kokain rechnen?

Es versteht sich wohl von selbst, dass die Wahrscheinlichkeit des Entzugs der Fahrerlaubnis noch höher ist, wenn man unter Einfluss von Kokain Auto gefahren ist und dabei von der Polizei ertappt wurde.

In diesem Fall muss man zunächst mit einem Bußgeldverfahren rechnen, bei dem auch ein Fahrverbot verhängt wird.

Die verkehrsrechtlichen Strafen sehen je nach Häufigkeit des Verstoßes folgendermaßen aus:

Verstoß Bußgeld Punkte (Flensburg) Fahrverbot
1. Drogenfahrt 500 Euro 2 1 Monat
2. Drogenfahrt 1.000 Euro 2 3 Monate
3. Drogenfahrt 1.500 Euro 2 3 Monate

Es folgt das Verwaltungsverfahren der Fahrerlaubnisbehörde, bei dem am Ende häufig der Führerschein entzogen wird.

Das Bußgeldverfahren setzt voraus, dass nur eine abstrakte („einfache“) Gefährdung des Straßenverkehrs durch den Kokainkonsum vorlag. Wurde eine Fahruntüchtigkeit festgestellt, überschreitet man die Schwelle von der Ordnungswidrigkeit zur Straftat. In Betracht kommen hier § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr: Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe) und § 315c StGB (Gefährdung des Straßenverkehrs: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe).

Selbst Ersttäter müssen dann von einer Entziehung der Fahrerlaubnis und einer ca. zwölfmonatigen Führerscheinsperre ausgehen.



Mit welcher Strafe muss man bei einem Unfall unter dem Einfluss von Kokain rechnen?

Selbstverständlich erhöht sich die Strafe nach den oben genannten §§ 315c oder 316 StGB, wenn zusätzlich zu der Fahruntüchtigkeit noch ein Unfall verursacht worden ist. Bei Ersttätern kann eine Geldstrafe von 60 bis 90 Tagessätzen erfolgen, die mit einer Führerscheinsperre von 15 bis 18 Monaten verbunden wird. Endete der Unfall tödlich, kommt sogar eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung (§ 222 StGB) in Betracht.



Wann wird die Fahrerlaubnis nach Kokainkonsum wiedererteilt?

Die Fahrerlaubnis kann nach einer erfolgreichen Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU), dem sogenannten „Idiotentest“, wiedererworben werden. Die Zulassung erfolgt meistens nach einer nachgewiesenen einjährigen Abstinenzphase.

Eine MPU wird allerdings oft nicht gleich beim ersten Anlauf erfolgreich bestanden. Die Fahrerlaubnis kann aufgrund von Verjährungsfristen theoretisch nach 15 Jahren ohne Führerschein auch ohne MPU erworben werden, was in der Praxis aufgrund des langen Zeitraums aber kaum relevant ist.



Warum sollte man bei einem Strafverfahren im Zusammenhang mit Kokain einen Rechtsanwalt einschalten?

Der Entzug des Führerscheins hat erhebliche praktische Konsequenzen im Alltag. Der Weg zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis ist mühsam und teuer. Schon aus diesem Grund sollte ein Fachanwalt für Strafrecht prüfen, ob es wirklich zu dem Entzug kommen muss oder vielleicht doch Möglichkeiten bestehen, das noch zu verhindern.

Sofern unter Kokaineinfluss ein Kfz geführt wurde – erst recht bei nachgewiesener Fahruntüchtigkeit und/oder dem Verursachen eines Unfalls – ist mit erheblichen rechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Angesichts dieser Aussichten ist die rechtzeitige Einschaltung eines Strafverteidigers, der auch Fachkenntnisse im Verkehrsrecht besitzt, geradezu zwingend, um mit einer möglichst glimpflichen Strafe davonzukommen. Nur ein Anwalt kann Einsicht in die Ermittlungsakte nehmen und auf dieser Grundlage eine erfolgversprechende Verteidigungsstrategie aufbauen.

Im konkreten Einzelfall können Umstände dargelegt werden, dass zum Zeitpunkt der Entscheidung der Behörde über die Fahrerlaubnis keine Ungeeignetheit zum Führen von Kfz mehr vorlag, weshalb die Entziehung rechtswidrig gewesen sein kann.

Als Fachanwalt für Strafrecht habe ich schon viele BtM-Verfahren erfolgreich geführt, in denen es auch um Probleme mit dem Führerschein ging. Ich bin bundesweit als Strafverteidiger und Anwalt für Verkehrsrecht tätig. Nehmen Sie einfach über das Kontaktformular, per E-Mail oder die angegebene Telefonnummer, gern auch über WhatsApp, Kontakt mit Dr. Brauer Rechtsanwälte auf.




Dr. Matthias Brauer LL.M - Ihr Fachanwalt für Strafrecht und Anwalt für Verkehrsrecht


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