Tankkarten-Betrug

Betrug mit Tankkarten

Betrug mit Tankkarten: Vorgehensweisen, Vermeidung und Strafen

Nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern Europas nimmt derzeit laut Medienberichten der Betrug mit Tankkarten wieder deutlich zu. Dabei handelt es sich durchaus um kein neues Phänomen. Doch während der Corona-Pandemie war ein gewisser Rückgang zu verzeichnen. Angesichts explodierender Spritpreise steigen die Fallzahlen jetzt wieder.

Das Vorgehen der Täter ist verschieden. Häufig erfolgt Tankkarten-Betrug durch Skimming oder über erfundene Firmen aus dem Ausland. Die Geschädigten sind in der Regel Speditionen oder Tankkarten-Anbieter. In diesem Artikel informieren wir über die verschiedenen Begehungsweisen und erklären, wie Tankkartenbetrug verfolgt und bestraft wird.




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Wie funktioniert Tankkarten-Betrug?

Tankkarten-Betrug ist eine alte Masche. Sie gibt es seitdem es Tankkarten gibt. Lediglich die Vorgehensweise der Täter wechselt und passt sich der technischen Entwicklung an.

Dass Tankkarten-Betrug ein weitverbreitetes Phänomen ist, liegt nicht zuletzt daran, dass es sich bei dem Geschäft um einen Milliardenmarkt handelt. Nach Angaben des US-amerikanischen Marktforschungsinstituts Allied Market Research lag das Volumen des weltweiten Tankkartenmarktes im Jahr 2019 bei 672 Milliarden US-Dollar. Bis zum Jahr 2027 geht das Institut fast von einer Verdopplung aus.

Opfer von Tankkartenbetrug können sowohl die Tankkarten-Inhaber (meistens Speditionsfirmen) als auch die Tankkarten-Anbieter werden. Genaue Zahlen zu diesem Kriminalitätsphänomen liegen nicht vor, da die betroffenen Firmen kein Interesse an einer öffentlichen Debatte haben. Nicht selten sind eigene Mitarbeiter der Speditionen am Betrug mit den Tankkarten beteiligt. Die Polizei führt keine eigene Statistik dazu. Medienberichten zufolge kann man jährlich von einem zweistelligen Millionenschaden ausgehen. Für betroffene Speditionen kann Tankkartenbetrug existenzgefährdend sein.

Ein besonderes Problem bei der Verfolgung von Tankkartenbetrug stellt die Tatsache dar, dass es sich häufig um Straftaten handelt, die über Ländergrenzen hinweg stattfinden. Damit sind Polizeidienststellen unterschiedlicher Länder zuständig, was die Strafverfolgung nicht einfacher macht.

Nachfolgend stellen wir verschiedene Formen von Tankkartenbetrug vor.


Skimming und manipulierte Tankkarten

Skimming ist die häufigste Form beim Tankkarten-Betrug. Das englische Wort entspricht den Begriffen „Abschöpfen“ oder „Absahnen“ im Deutschen. Beim Skimming werden elektronische Daten einer Zahlungskarten illegal ausgespäht. Die echten Daten nutzen die Täter dann für die Herstellung von gefälschten Karten.

Das Ausspähen kann in unterschiedlicher Form erfolgen. Nicht selten sind Inhaber von Karten, z. B. Berufskraftfahrer, oder Kassenpersonal in Tankstellen daran beteiligt. Für die illegale Weitergabe von Daten, die durch ein Kartenlesegerät erfasst wurden, zahlen professionelle Tankkarten-Betrüger bis zu 1.000 Euro pro Karte – für manche nicht gut bezahlte Tankstellen-Mitarbeiter eine lohnende Einnahmequelle.

Neben der Ausnutzung menschlicher Schwächen kann Skimming aber auch durch technische Vorkehrungen erfolgen, indem ein Kartenlesegerät manipuliert wird. So wird z. B. die Ausgabe der Tankkarte nach dem Bezahlvorgang blockiert. Während der Karteninhaber zu seinem Fahrzeug zurückkehrt, werden die Daten seiner Karte dann kopiert. Diese Tatvariante funktioniert vor allem an personallosen Tankstellen, wie sie z. B. in Frankreich oft zu finden sind.

Eine weitere Variante der illegalen Nutzung von Tankkarten-Daten ist das vorübergehende Entwenden der Tankkarte bei einem Fahrer, z. B. aus dem Fahrerhaus oder auf andere Weise. Dann wird die Tankkarte ausgelesen und die aufgeschriebene PIN notiert. Die Tankkarte wird in vielen Fällen oft erst Wochen später zum ersten Mal und an einem weit entfernten Ort eingesetzt. Bis zur Entdeckung kann so ein beträchtlicher Schaden entstanden sein.


Identitätsbetrug und manipulierte Tankkarten

Eine weitere Variante stellt die Erfindung von Speditionsfirmen dar, die Tankkarten bei den entsprechenden Anbietern bestellen, nach der Abrechnung aber nicht mehr auffindbar sind. Große Tankkarten-Anbieter wie Union-Tank Eckstein (UTA) oder DKV Mobility versuchen sich dagegen zwar mit verschiedenen Kontrollmechanismen zu schützen, müssen aber einräumen, dass die Betrugsmethode in Einzelfällen doch immer wieder erfolgreich ist.

Bevorzugt wird diese auch als „Identitätsklau“ bezeichnete Methode des Tankbetrugs von dubiosen Speditionen in Osteuropa angewendet. Wenn die Tankkarten-Anbieter diesen Firmen ihre Rechnungen zusenden, sind sie nicht mehr erreichbar. Durch frühzeitige Recherchen vor Ort bei Eröffnung eines neuen Kundenkontos kann diese Variante des Tankbetrugs allerdings effektiv verhindert werden.




Wie kann man sich vor Tankkarten-Betrug schützen?

Angesichts des Schadens, der durch Tankkarten-Betrug entsteht, haben nicht nur die Tankkarten-Kunden, sondern auch die Anbieter von Tankkarten ein großes Interesse, den Betrug möglichst zu verhindern. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Um den Schaden zumindest in Grenzen zu halten, kann für die Tankkarte ein Limit festgelegt werden. Bei Überschreiten wird die Tankkarte dann automatisch gesperrt.

Daneben können technische Vorkehrungen dazu beitragen, Tankkarten-Betrügern schnell auf die Schliche zu kommen. So vergleichen Tankkarten-Betreiber den Standort des Fahrzeugs mit der genutzten Tankstelle. Stimmen die Angaben nicht überein, erfolgt ebenfalls eine Sperrung der Tankkarte.

Speditionen, die besonders stark als potentielle Opfer in Frage kommen, können zudem durch firmeninterne Maßnahmen für eine gewisse Sicherheit sorgen. So sollten der Umfang und die Häufigkeit des Tankens mit einer Karte stets im Blick behalten werden. Bei Auffälligkeiten kann ggf. die Sperrung einer Tankkarte veranlasst werden.

Zu Vermeidung von Tankkarten-Betrug sollte man einige Regeln beachten, die auch für den Umgang mit EC-Karten oder Kreditkarten gelten:

  • Tankkarte sollte immer mit PIN-Code gesichert sein
  • Tankkarte bei Abwesenheit nicht im Fahrzeug lassen
  • PIN nicht gemeinsam mit der Tankkarte aufbewahren
  • Einsicht von außen auf die PIN vermeiden
  • Zurückerhalten der Tankkarte nach dem Bezahlen kontrollieren
  • Verlust oder Diebstahl einer Tankkarte sofort melden


Verhalten bei Verlust und Diebstahl einer Tankkarte

Wie gerade erwähnt, kann es neben dem Tankkarten-Betrug durch Skimming auch zu einem finanziellen Schaden kommen, wenn eine Tankkarte verloren geht oder gestohlen wird. In diesen Fällen ist schnelles Handeln gefragt, damit die Karte rasch gesperrt werden kann. Arbeitnehmer sollten hier unbedingt ihre Sorgfalts- und Aufbewahrungspflichten im Blick haben und bei einem Verlust sofort ihren Arbeitgeber informieren. Andernfalls müssen sie mit einer Mithaftung und im ungünstigsten Fall sogar mit einer Kündigung wegen einer groben Pflichtverletzung rechnen.




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Welche Strafe droht bei Tankkarten-Betrug?

Ein Tankkarten-Betrug fällt unter die allgemeine Strafvorschrift für Betrug. Nach § 263 StGB wird dieser mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet.

Für besonders schwere Fälle ist eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorgesehen. Als besonders schwer gelten Straftaten, die gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande begangen werden. In Fällen von Tankbetrug ist das in der Praxis häufig der Fall.

Je nach Begehungsweise kann der Tankkartenbetrug auch als Computerbetrug gemäß § 263a StGB eingestuft werden. Die Strafandrohung ist hier die gleiche wie bei Betrug. Das gilt auch schwere Fälle. Für die Vorbereitung eines Computerbetrugs sieht das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor.

Weitere Informationen zum Tatbestand lesen Sie in unserem Artikel:
Computerbetrug – Was tun bei einer Vorladung? .




Schnelle Hilfe vom Anwalt bei Anzeige wegen Tankkarten-Betrug

Bei einer Anzeige wegen Tankkarten-Betrugs steht nicht selten nur eine Straftat im Raum, sondern es ist auch mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen bis zur Kündigung zu rechnen. Deshalb ist die Einschaltung eines Rechtsanwalts dringend zu empfehlen.

Gegenüber der Polizei sollten Sie als Beschuldigter zunächst keine Angaben zur Sache machen. Sie haben in dieser Situation ein umfassendes Aussageverweigerungsrecht. Falls es später zu einem Gerichtsverfahren kommen sollte, darf Ihnen die Inanspruchnahme nicht negativ ausgelegt werden.

Neben der strafrechtlichen Verfolgung steht bei Berufskraftfahrern, denen Tankkarten-Betrug vorgeworfen wird, oftmals auch eine Kündigung durch den Arbeitgeber. Auch aus diesem Grund sollte anwaltlich geprüft werden, ob den Betroffenen tatsächlich eine Schuld oder Mitschuld trifft.

Wenn Sie einen Rechtsanwalt mit Ihrer Vertretung beauftragen, wird er die gesamte Kommunikation mit den Ermittlungsbehörden für Sie übernehmen und Akteneinsicht beantragen. Nur auf dieser Informationsgrundlage ist es möglich festzustellen, über welche tatsächlichen Beweisen die Strafverfolgungsbehörden verfügen und darauf aufbauend eine erfolgversprechende Verteidigungsstrategie aufzubauen.

Ihnen wird ein Tankkarten-Betrug vorgeworfen? Dann nehmen Sie Kontakt zu Dr. Brauer Rechtsanwälte auf! Wir sind bundesweit als Strafverteidiger tätig und haben Kanzleistandorte in Bonn, Frankfurt, Dresden, Hamburg und München. Unsere Ersteinschätzung Ihres Falles ist für Sie kostenlos und unverbindlich.


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Über den Autor
Dr. Matthias Brauer LL.M.

Rechtsanwalt und Fachanwalt Dr. Matthias Brauer ist Kanzleiinhaber und verfügt vor allem im Strafrecht und Verkehrsrecht über eine große Praxiserfahrung.

Standorte der Kanzlei Dr. Brauer Rechtsanwälte sind in Bonn, Frankfurt am Main, Dresden, Hamburg und München. Von dort aus vertreten die Anwälte und Strafverteidiger Mandanten aus und in ganz Deutschland.

Sie haben konkrete Fragen oder benötigen einen starken Rechtsbeistand: Dann nutzen Sie unsere kostenlose Ersteinschätzung und sprechen Sie mit einem unserer Experten.


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Tankkarten-Betrug Zuletzt aktualisiert: 17.05.2022 von Dr. Matthias Brauer LL.M

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