Nandrolon und das Anti-Doping-Gesetz

Nandrolon und das Anti-Doping-Gesetz

Bestellung von Nandrolon: Verstoß gegen AMG und AntiDopG

Unsere Kanzlei erhält immer wieder Anfragen von Beschuldigten, gegen die nach einer Anzeige wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz und das Anti-Doping-Gesetz ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.

Dazu muss man wissen, dass Stoffe, die unter das Arzneimittelgesetz fallen, auch vom Anti-Doping-Gesetz erfasst werden, wenn sie auch zu Doping-Zwecken verwendet werden können. Dazu gehört auch das anabole Steroid Nandrolon.




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Was ist Nandrolon?

Nandrolon (19-Nortestosteron) ist ein anaboles und androgenes Steroidhormon. Es ist auch unter dem Handelsnamen „Deca Durabolin“ bekannt und wird neben der Verwendung zu Dopingzwecken von Ärzten auch zu therapeutischen Zwecken verschrieben, zum Beispiel zur Behandlung der Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren und bei metastasierenden Mammakarzinomen.




Wozu wird Nandrolon verwendet?

Nandrolon ist neben Testosteron ein weit verbreitetes Dopingmittel. Es weist jedoch im Vergleich eine deutliche höhere Aktivität auf. Das Verhältnis von androgener und anaboler (gewebeaufbauender) Wirkung ist bei Nandrolon erheblich stärker zu Gunsten von Letzterem und ein wichtiger Grund für seine Nutzung zum Doping. Das ebenfalls als Dopingmittel gebrauchte Trenbolon ist ein Abkömmling von Nandrolon.

Ein Gebrauch ohne medizinische Indikation und eine Überdosierung können zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen. Bei Männern kann es u. a. zu einer Reduzierung der Spermaproduktion kommen.

Nandrolon wird injiziert oder oral aufgenommen. Das injizierten Depotpräparat Nandrolondecanoat ist lange im Blut nachweisbar. Oral werden Prohormone von Nandrolon eingenommen. Diese sind in Deutschland nicht verkehrsfähig. Sie sind damit nicht zugelassene Arzneimittel und ihre Weitergabe ist verboten.




Was regelt das Arzneimittelgesetz?

Das Arzneimittelgesetz (AMG) definiert Arzneien als Stoffe, die am oder im Körper angewandt werden und zur Heilung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten oder körperlichen Beschwerden bestimmt sind.

Hersteller oder Anbieter von zum Doping benutzten Mitteln deklarieren ihre Stoffe zum Teil als legal. Eine solche Beurteilung ist rechtlich aber nicht relevant. Für Arzneimittel, die in Deutschland nicht zugelassen sind, besteht nach § 73 AMG ein Verbringungsverbot, also ein Verbot der Einfuhr durch Privatpersonen. Der Bezug von Arzneimitteln aus Nicht-EU-Staaten ohne ärztliche Verschreibung ist grundsätzlich verboten.




Wie hängen AMG und Anti-Doping-Gesetz zusammen?

Das Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) ist erlassen worden, um ein eigenes Gesetz für den Umgang mit illegalen leistungsverstärkenden Substanzen im Sport zu schaffen. Es umfasst sowohl Nahrungsergänzungsmittel und Betäubungsmittel als auch Arzneimittel. Diejenigen Mittel, die sich zu Doping-Zwecken eignen, sind im Anhang zu § 2 AntiDopG aufgelistet und der Umgang mit ihnen ist auch nach dem AntiDopG strafbar. Hierzu zählt auch Nandrolon, da es eine muskelaufbauende Wirkung hat und im Bereich des Bodybuildings zum Doping genutzt werden kann.




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Was ist im Umgang mit Nandrolon verboten?

Das Anti-Doping-Gesetz verbietet Privatpersonen jeglichen Umgang mit Substanzen wie Nandrolon in nicht geringer Menge. Dies umfasst die Herstellung, den Handel, den Besitz, das Abgeben oder Inverkehrbringen. Auch die Einfuhr von Nandrolon aus dem Ausland ist gemäß § 4 Abs. 1 AntiDopG verboten. Wenn eine Sendung mit Nandrolon in nicht geringer Menge vom Zoll abgefangen wird, ergeht eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen AMG und AntiDopG. Gegen den Adressaten wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.




Welche Strafen drohen für die illegale Einfuhr von Nandrolon?

Grundsätzlich wird der illegale Umgang mit Nandrolon gemäß § 4 Abs. 1 AntiDopG mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft. Entscheidendes Kriterium ist dabei – wie oben bereits angedeutet – ob es sich bei der konkret vorliegenden Menge um eine „geringe“ oder „nicht geringe“ Menge gemäß der Dopingmittel-Mengen-Verordnung (DmMV) handelt.

Das konkrete Strafmaß ist von den Umständen des Einzelfalls abhängig, zum Beispiel der eingeführten Menge und möglichen Vorstrafen des Beschuldigten. Ersttäter können im Regelfall mit einer Geldstrafe rechnen. Für Handel mit Anabolika drohen dagegen Strafen von über zwei Jahren Haft.

Was gilt als "nicht geringe Menge" bei Nandrolon?

Die Schwelle zur „nicht geringe Menge“ liegt im Fall von Nandrolon bei 45 mg.




Was soll ich tun, wenn gegen mich wegen illegaler Einfuhr von Nandrolon ermittelt wird?

Wenn der Zoll eine an Sie adressierte Lieferung kontrolliert, wird man Sie in der Regel schriftlich darüber informieren, dass gegen Sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Vielleicht werden Sie auch zu einer Vernehmung vorgeladen. Machen Sie keine Angaben zur Sache. Als Beschuldigter haben Sie ein umfassendes Schweigerecht.

Sie sollten umgehend einen Rechtsanwalt einschalten, am besten einen Fachanwalt für Strafrecht. Ein Anwalt kann Akteneinsicht beantragen und während des Ermittlungsverfahrens für Sie den Kontakt mit den Behörden übernehmen.

Dr. Brauer Rechtsanwälte verfügen auf dem Gebiet des Arzneimittelrechts und des Anti-Doping-Gesetzes über jahrelange Erfahrung und arbeiten bundesweit. Dr. Matthias Brauer ist Fachanwalt für Strafrecht.

Wenn gegen Sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, dann melden Sie sich bei uns einfach per Telefon, WhatsApp, E-Mail oder über das Kontaktformular und schildern Sie uns Ihren Fall. Die Erstscheinätzung Ihres Falles ist kostenlos und unverbindlich.


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Über den Autor
Dr. Matthias Brauer LL.M.

Rechtsanwalt und Fachanwalt Dr. Matthias Brauer ist Kanzleiinhaber und verfügt vor allem im Strafrecht und Verkehrsrecht über eine große Praxiserfahrung.

Standorte der Kanzlei Dr. Brauer Rechtsanwälte sind in Bonn, Dresden, Hamburg und München. Von dort aus vertreten die Anwälte und Strafverteidiger Mandanten aus und in ganz Deutschland.

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Nandrolon und das Anti-Doping-Gesetz Zuletzt aktualisiert: 24.11.2021 von Dr. Matthias Brauer LL.M

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